Zeitgedichte

Hermann Rollett

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Hochgeschwungen! Hochgeschwungen! Unsrer Lieder blankes Schwert, Daß der Kampf der Dämmerungen Sich in hellen Sieg verkehrt.

Jeder, dem es mag gelingen, Sei zu lautem Sang bereit, Daß wir sie uns bald ersingen Unsrer Freiheit goldne Zeit.

Aber in der Rüstung Golde Denkt auch mild im ernsten Streit, Und vergeh mir nicht die holde, Ewigschöne Frühlingszeit.

Und vergeßt mir nicht den Glauben An der Wälder grüne Pracht, An das Glück in kühlen Lauben Und in süßer Sternennacht.

Und ein Lied aus grünen Bäumen, Das im Lenz von Jubel spricht, Und im Herbst von Frühlingsträumen Ist ja auch ein Zeitgedicht.

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Illustration zu Zeitgedichte

Interpretation

Das Gedicht "Zeitgedichte" von Hermann Rollett ist ein Aufruf zur Einheit und zum Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit. Die ersten beiden Strophen beschreiben den Willen, sich mit aller Kraft für eine bessere Zukunft einzusetzen, symbolisiert durch das "blankes Schwert" der Lieder. Der Kampf gegen die Dunkelheit der Dämmerung soll in einen hellen Sieg verwandelt werden, und jeder, der dazu in der Lage ist, soll sich bereit erklären, mit lautem Gesang für die goldene Zeit der Freiheit zu kämpfen. Die dritte und vierte Strophe mahnen jedoch zur Besinnung und Mäßigung im Kampf. Während des ernsten Streits sollte man auch an die milde Seite denken und die schöne, ewige Frühlingszeit nicht aus den Augen verlieren. Der Glaube an die Pracht der Wälder, das Glück in kühlen Lauben und die süße Sternennacht sollen bewahrt bleiben. Es geht darum, den Kampf für die Freiheit mit der Wertschätzung der Schönheit und der Natur in Einklang zu bringen. Die letzte Strophe verdeutlicht, dass ein Lied, das im Frühling vom Jubel und im Herbst von Frühlingsträumen spricht, ebenfalls ein Zeitgedicht ist. Dies zeigt, dass die Verbindung von Kampf und Schönheit, von Ernst und Freude, von Gegenwart und Vergangenheit ein wesentlicher Bestandteil des Lebens und der Poesie ist. Das Gedicht ruft dazu auf, die Zeit zu nutzen, um für eine bessere Zukunft zu kämpfen, dabei aber die Schönheit und den Glauben an die Natur nicht zu vergessen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Hochgeschwungen! Hochgeschwungen!
Metapher
Und ein Lied aus grünen Bäumen
Personifikation
Und vergeh mir nicht die holde, Ewigschöne Frühlingszeit