Zagen

August Stramm

1915

Die Himmel hangen Schatten haschen Wolken Ängste Hüpfen Ducken Recken Schaufeln schaufeln Müde Stumpf Versträubt Die Gehre Gruft.

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Illustration zu Zagen

Interpretation

Das Gedicht "Zagen" von August Stramm ist ein expressionistisches Werk, das die Stimmung von Angst und Verzweiflung in einer düsteren, bedrohlichen Atmosphäre einfängt. Die kurzen, fragmentierten Sätze und Wörter erzeugen ein Gefühl der Unruhe und des Zögerns, das durch die Verwendung von Verben wie "haschen", "hüpfen", "ducken" und "recken" verstärkt wird. Die Himmel und Wolken werden personifiziert und scheinen in einem Zustand der Angst und Unsicherheit zu sein, was die allgemeine Stimmung des Gedichts widerspiegelt. Die Wiederholung des Wortes "schaufeln" und die Beschreibung der Schaufeln als "müde", "stumpf" und "versträubt" vermitteln ein Gefühl von Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit. Die Schaufeln könnten als Metapher für die vergeblichen Bemühungen der Menschen dienen, die versuchen, in einer Welt voller Schatten und Ängste zu überleben. Die Verwendung von Substantiven wie "Gehre" und "Gruft" am Ende des Gedichts verstärkt die düstere Atmosphäre und deutet auf den Tod und die Vergänglichkeit hin. Insgesamt ist "Zagen" ein kraftvolles und eindringliches Gedicht, das die emotionale Intensität und die existenzielle Angst des Expressionismus einfängt. Die fragmentierte Sprache und die ungewöhnliche Syntax tragen zur Wirkung des Gedichts bei und lassen den Leser die Verzweiflung und das Zögern der Sprecherin oder des Sprechers spüren.

Schlüsselwörter

schaufeln himmel hangen schatten haschen wolken ängste hüpfen

Wortwolke

Wortwolke zu Zagen

Stilmittel

Alliteration
Schatten haschen
Anapher
Ängste Hüpfen Ducken Recken
Bildsprache
Die Gehre Gruft
Enjambement
Die Himmel hangen Schatten haschen Wolken
Kontrast
Müde Stumpf Versträubt
Onomatopoesie
Schaufeln schaufeln
Personifikation
Schatten haschen