XXXV. Lange bin ich geweset verdâht
1425Lange bin ich geweset verdâht und unvrô von rehter minnen. nû hât men mir maere brâht, der ist vrô mîn herze inbinnen. Ich sol trôst gewinnen von der vrowen mîn. wie möht ich danne trûric sîn? ob ir rôter munt tuot mir vröide kunt, sô getrûr ich niemer mê. ez ist quît, was mir wê.
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Interpretation
Das Gedicht "XXXV. Lange bin ich geweset verdâht" von Heinrich von Morungen handelt von der transformierenden Kraft der Liebe. Der Sprecher beschreibt, wie er lange Zeit traurig und unglücklich in der Liebe war, aber nun durch die Ankunft einer neuen Nachricht sein Herz von innen heraus mit Freude erfüllt wird. Die Frau, von der die Rede ist, wird als Quelle des Trostes und der Freude dargestellt, die den Sprecher aus seiner Melancholie reißt. Der Sprecher fragt sich, wie er traurig sein könnte, wenn die Frau mit ihrem roten Mund ihm Freude bringt. Die Farbe Rot wird hier symbolisch für Leidenschaft und Liebe verwendet. Der Sprecher ist so überwältigt von der Freude, die ihm die Frau bereitet, dass er nie wieder traurig sein wird. Die letzte Zeile "es ist quît, was mir wê" deutet darauf hin, dass alle seine früheren Sorgen und Kümmernisse nun vergessen sind und er sich nur noch auf die Freude konzentriert, die ihm die Liebe bringt. Das Gedicht vermittelt eine positive und optimistische Botschaft über die transformative Kraft der Liebe. Es zeigt, wie die Liebe in der Lage ist, einen Menschen von innen heraus zu verändern und ihm neue Hoffnung und Freude zu schenken. Die Sprache des Gedichts ist poetisch und metaphorisch, was die emotionale Intensität der Erfahrung des Sprechers unterstreicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- hyperbel
- ez ist quît, was mir wê
- kontrast
- ob ir rôter munt tuot mir vröide kunt, sô getrûr ich niemer mê
- metapher
- Ich sol trôst gewinnen von der vrowen mîn
- personifikation
- der ist vrô mîn herze inbinnen
- vergleich
- wie ir rôter munt