XXXI. Hât man mich gesehen in sorgen
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Hât man mich gesehen in sorgen, des ensol niht mêr ergân. wol vröiwe ich mich alle morgen, daz ich die vil lieben hân Gesehen in ganzen vröiden gar. nu vliuch von mir hin, langez trûren! ich bin aber gesunt ein jâr.
II
Sî kan durch diu herzen brechen sam diu sunne dur daz glas. ich mac wol von schulden sprechen: “si ganzer tugende ein adamas!” Sô ist diu liebiu vrowe mîn ein wunnebernder süezer meije, ein wolkelôser sunnen schîn.
III
Ob si mînre nôt, diu guote, wolde ein liebez ende geben, mit den vrôn in hôhem muote saehe man mich danne leben. Die wîle sô daz niht ist beschehen, sô muoz man bî der ungemuoten schar mich in den sorgen sehen.
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Interpretation
Das Gedicht XXXI. Hât man mich gesehen in sorgen von Heinrich von Morungen thematisiert die tiefen Gefühle der Liebe und die damit verbundenen Sorgen. Der Sprecher beschreibt, wie er in Trauer gesehen wurde, sich jedoch jeden Morgen freut, weil er seine Geliebte in vollkommener Freude gesehen hat. Er fordert die Zeit auf, von ihm zu fliehen und nicht lange zu trübsinnen, da er ein Jahr lang gesund ist. Dies deutet auf eine gewisse Resignation gegenüber dem Schmerz hin, aber auch auf die Hoffnung, dass die Zeit seine Sorgen lindern wird. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Geliebte als jemand beschrieben, der Herzen brechen kann wie die Sonne durch Glas. Der Sprecher spricht von ihrer Tugendhaftigkeit und vergleicht sie mit einem Diamanten, was ihre Unvergänglichkeit und Reinheit symbolisiert. Sie wird als eine wunderbare, süße Maienglücklichkeit und als ein wolkenloser Sonnenschein dargestellt, was ihre Schönheit und Strahlkraft unterstreicht. Diese metaphorische Sprache verdeutlicht die tiefe Bewunderung und die idealisierte Sicht des Sprechers auf seine Geliebte. Im letzten Teil des Gedichts drückt der Sprecher den Wunsch aus, dass seine Geliebte ein liebevolles Ende seiner Not bringen möge. Er stellt sich vor, wie er mit ihr in hoher Stimmung leben würde. Solange dies jedoch nicht geschieht, muss er in Sorgen gesehen werden. Dies zeigt die Hoffnung auf eine positive Wendung in seiner emotionalen Lage, aber auch die Akzeptanz der gegenwärtigen Situation. Die Wiederholung des Themas der Sorge und der Sehnsucht nach der Geliebten durchzieht das gesamte Gedicht und vermittelt die Intensität der Gefühle des Sprechers.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Hât man mich gesehen in sorgen
- Bildlichkeit
- mit den vrôn in hôhem muote saehe man mich danne leben
- Kontrast
- wol vröiwe ich mich alle morgen, des ensol niht mêr ergân
- Metapher
- si ganzer tugende ein adamas
- Personifikation
- Sî kan durch diu herzen brechen