XXX. Owê, sol aber mir iemer mê
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Owê, - sol aber mir iemer mê geliuhten dur die naht noch wîzer danne ein snê ir lîp vil wol geslaht? Der trouc diu ougen mîn. ich wânde, ez solde sîn des liehten mânen schîn. Dô tagte ez.
II
Owê - sol aber er iemer mê den morgen hie betagen? als uns diu naht engê, daz wir niht durfen klagen: ‘Owê, nu ist ez tac,’ als er mit klage pflac, dô er jungest bî mir lac. Dô tagte ez.
III
Owê, - si kuste âne zal in dem slâfe mich. dô vielen hin ze tal ir trehene nider sich. Iedoch getrôste ich sie, daz sî ir weinen lie und mich al umbevie. Dô tagte ez.
IV
0wê,- daz er sô dicke sich bî mir ersehen hât! als er endahte mich, sô wolt er sunder wât Mîn arme schouwen blôz. ez was ein wunder grôz, daz in des nie verdrôz. Dô tagte ez.
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Interpretation
Das Gedicht "XXX. Owê, sol aber mir iemer mê" von Heinrich von Morungen handelt von der Sehnsucht und dem Schmerz der Nacht, die dem Liebenden die Trennung von der Geliebten bringt. Der Sprecher beklagt, dass die Nacht zu schnell vergeht und der Tag zu früh anbricht, und dass er die Geliebte nicht lange genug sehen und berühren kann. Das Gedicht ist in vier Strophen gegliedert, die jeweils mit dem Ausruf "Owê" beginnen, was "Weh" oder "Ach" bedeutet. In der ersten Strophe fragt der Sprecher, ob es ihm jemals erlaubt sein wird, in der Nacht das Licht des Mondes zu sehen, das ihm die Schönheit des Körpers der Geliebten offenbart. In der zweiten Strophe beklagt er, dass der Morgen zu früh kommt und die Nacht zu eng wird, so dass er nicht mehr klagen kann. In der dritten Strophe erinnert er sich an die Küsse der Geliebten im Schlaf, die ihn zu Boden fallen ließen. In der vierten Strophe staunt er über die Kühnheit der Geliebten, die ihn im Schlaf betrachtet und seine nackten Arme sehen wollte. Das Gedicht drückt eine tiefe Liebe und Leidenschaft aus, die durch die Trennung in der Nacht verstärkt wird. Der Sprecher sehnt sich danach, die Geliebte zu sehen, zu berühren und zu küssen, und fühlt sich von ihr angezogen und zugleich überwältigt. Das Gedicht vermittelt auch eine gewisse Ironie, da die Nacht, die eigentlich für die Ruhe und den Schlaf da ist, für den Liebenden zur Qual wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Owê, - sol aber mir iemer mê / geliuhten dur die naht / noch wîzer danne ein snê
- Allusion
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- Anapher
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- Assonanz
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- Beschreibung
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- Betonung
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- Bild
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- Bildliche Sprache
- Owê, - sol aber mir iemer mê / geliuhten dur die naht / noch wîzer danne ein snê / ir lîp vil wol geslaht?
- Enjambement
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- Hyperbel
- Owê, - sol aber mir iemer mê / geliuhten dur die naht / noch wîzer danne ein snê
- Interjektion
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- Kontrast
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- Metapher
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- Personifikation
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- Reimschema
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- Rhetorische Frage
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- Wiederholung
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