XXIV. Solde ich iemer vrowen leit
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Solde ich iemer vrowen leit alder arc gesprechen, daz hât sî verschuldet wol, diu daz hât von mir geseit, daz ich singe owê von der ich iemer dienen sol. Si ist des liehten meien schîn und mîn ôsterlîcher tac. swenne ich sî an sihe, sô lachet ir daz herze mîn.
II
Mîn vrowe ist s ô genaedic wol, daz si mich noch tuot von allen mînen sorgen vrî. des bin ich v r ô reht als ich sol. ich waene, nieman lebe, der in sô ganzen vröiden sî. Wol ir hiute unde iemer mê! alsô sprich ich und wünsche ir des, diu mir hât benomen mit vröiden gar mîn alt owê.
III
Swaz ich singe ald swaz ich sage, sône wil si doch niht troesten mich vil senden man. des muoz ich ringen mit der klage unde mit der nôt, die ich selbe mir geschaffet hân. Sô ist siz doch diu vrowe mîn: ich binz, der ir dienen sol, unde wünsche ir des, dazs iemer saelic müeze sîn.
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Interpretation
Das Gedicht "XXIV. Solde ich iemer vrowen leit" von Heinrich von Morungen ist ein Minnelied, das die tiefe Liebe und Hingabe des Sprechers zu seiner Geliebten zum Ausdruck bringt. In der ersten Strophe beschreibt der Sprecher, wie seine Geliebte ihm Leid zugefügt hat, indem sie ihm verboten hat, von ihr zu singen, da er ihr immer dienen soll. Trotzdem sieht er sie als das Licht des Mai und seinen Osterfesttag, und ihr Anblick erfreut sein Herz. In der zweiten Strophe betont der Sprecher, wie sehr seine Geliebte ihn von all seinen Sorgen befreit und wie glücklich er durch sie ist. Er wünscht ihr, dass es ihr immer gut gehen möge, da sie ihm mit Freude all sein altes Leid genommen hat. Der Sprecher fühlt sich ihr so nah, dass er glaubt, niemand könne so vollkommen glücklich sein wie er. Die dritte Strophe offenbart jedoch, dass trotz all seiner Bemühungen, seine Geliebte zu trösten, sie ihn nicht trösten will. Der Sprecher muss mit Klagen und Not kämpfen, die er sich selbst zugefügt hat. Dennoch bleibt er ihrer treu und wünscht ihr, dass sie immer glücklich sein möge, da er ihr dienen will. Das Gedicht zeigt die paradoxe Natur der Minne, in der der Liebende sowohl Leid als auch Freude erfährt, aber seiner Geliebten dennoch treu bleibt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- alliteration
- Solde ich iemer vrowen leit
- hyperbel
- ich waene, nieman lebe, der in sô ganzen vröiden sî
- kontrast
- daz ich singe ald swaz ich sage, sône wil si doch niht troesten mich vil senden man
- metapher
- Si ist des liehten meien schîn und mîn ôsterlîcher tac
- personifikation
- daz ich singe owê von der ich iemer dienen sol