XX. Vrowe, mîne swaere sich
1150Vrowe, mîne swaere sich, ê ich verliese mînen lîp. ein wort du spraeche wider mich: verkêre daz, du saelic wîp! Du sprichest iemer neinâ neinâ nein, neinâ neinâ nein. daz brichet mir mîn herze enzwein. maht du doch eteswenne sprechen jâ, jâ jâ jâ jâ jâ jâ jâ? daz lît mir an dem herzen nâ.
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Interpretation
Das Gedicht "XX. Vrowe, mîne swaere sich" von Heinrich von Morungen ist ein Minnelied, das die tiefe Sehnsucht und Verzweiflung des Sprechers nach der Geliebten zum Ausdruck bringt. Der Titel deutet bereits auf die Schwere und die emotionale Belastung hin, die der Sprecher durch die unerwiderte Liebe erfährt. Die Vrowe, also die Frau, wird direkt angesprochen und um Nachsicht und Zuwendung gebeten. In den ersten Strophen fleht der Sprecher die Vrowe an, nicht Worte gegen ihn zu sprechen, die sein Herz brechen. Die Wiederholung des Wortes "nein" in der dritten Strophe verdeutlicht die Ablehnung und das Unverständnis des Sprechers, warum die Geliebte ihm ständig absagt. Dieses ständige "Nein" bringt sein Herz in tiefe Verzweiflung und zerbricht es förmlich. Die letzte Strophe drückt die Hoffnung und den Wunsch des Sprechers aus, dass die Vrowe doch einmal "ja" sagen könnte. Die Wiederholung des Wortes "ja" in verschiedenen Formen symbolisiert die Intensität dieses Wunsches und die tiefe Sehnsucht nach einer positiven Antwort. Das Gedicht endet mit der Hoffnung, dass ein solches "Ja" dem Sprecher das Herz erleichtern würde, was die tiefe emotionale Abhängigkeit und das Leiden des Liebenden verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- jâ jâ jâ jâ jâ jâ jâ
- Hyperbel
- daz brichet mir mîn herze enzwein
- Metapher
- mîn herze enzwein
- Rhetorische Frage
- maht du doch eteswenne sprechen jâ