XIV. Mîn herze, îr schoene und diu minne
1150Mîn herze, ir schoene und diu minne habent gesworn zuo ein ander, des ich waene, ûf mîner vröuden tôt. zwiu habent diu driu mich einen dar zuo erkorn? ôwê, minne, gebent ein teil der lieben mîner nôt, Teilent si ir sô mite, daz sî gedanke ouch machen rôt. wünsche ich ir senens nû? daz waere bezzer verborn. lîhte ist ez ir zorn, sît ir wort mir deheinen kumber gebôt.
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Interpretation
Das Gedicht "XIV. Mîn herze, îr schoene und diu minne" von Heinrich von Morungen handelt von der komplexen Beziehung zwischen Herz, Liebe und Leid. Der Sprecher beschreibt, wie sein Herz und die Liebe sich gegenseitig geschworen haben, was zu seinem emotionalen Tod führt. Diese Verbindung scheint paradox, da die Liebe, die eigentlich Freude bringen sollte, stattdessen sein Herz in einen Zustand der Not versetzt. Der Sprecher fragt sich, ob die Liebe und sein Herz ihn als dritten Teil in ihre Vereinigung gewählt haben. Er drückt seine Verzweiflung aus, indem er die Liebe bittet, einen Teil seiner Leiden zu teilen. Die Liebe scheint jedoch mit ihrem eigenen Glück beschäftigt zu sein und macht sich keine Gedanken über sein Leid. Der Sprecher überlegt, ob er auf seine eigenen Wünsche verzichten sollte, da dies möglicherweise besser wäre, als in der Hoffnung auf eine unerfüllte Liebe zu verharren. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass der Zorn der Geliebten leicht ist, da ihre Worte ihm bereits genug Kummer bereitet haben. Der Sprecher akzeptiert die Unausweichlichkeit seines Leids und die Unfähigkeit, die Situation zu ändern. Die Liebe bleibt unerreichbar, und der Sprecher ist gezwungen, mit der emotionalen Last zu leben, die sie ihm auferlegt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Teilent si ir sô mite, daz sî gedanke ouch machen rôt
- Hyperbel
- ôwê, minne, gebent ein teil der lieben mîner nôt
- Kontrast
- wünsche ich ir senens nû? daz waere bezzer verborn
- Metapher
- sît ir wort mir deheine kumber gebôt
- Personifikation
- Mîn herze, ir schoene und diu minne habent gesworn
- Rhetorische Frage
- zwiu habent diu driu mich einen dar zuo erkorn?