Wunsch
1780Ja Quitos Hand, hat meine Hand berühret Und freundlich zu den Lippen sie geführet, An meinem Busen hat sein Haupt geruht.
Da fühlt ich tief ein liebend fromm Ergeben. Mußt ich dich überleben, schönes Leben? Noch Zukunft haben, da du keine hast?
Im Zeitenstrome wirst du mir erbleichen, Stürb ich mit dir, wie bei der Sonne Neigen Die Farben all’ in dunkler Nacht vergehn
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Interpretation
Das Gedicht "Wunsch" von Karoline von Günderode beschreibt eine tiefe Sehnsucht nach Einheit und Verbundenheit mit einem geliebten Menschen. Die Sprecherin erinnert sich an eine intime Berührung, bei der die Hand des Geliebten ihre berührt und zu seinen Lippen geführt wurde. Sein Haupt ruhte an ihrem Busen, was eine enge körperliche Nähe und Zärtlichkeit symbolisiert. Die zweite Strophe drückt die Furcht und den Schmerz aus, den Geliebten zu überleben. Die Sprecherin fragt sich, ob sie ihn überleben müsste, ob sie noch eine Zukunft haben könnte, wenn er keine mehr hat. Dies verdeutlicht die tiefe emotionale Abhängigkeit und die Angst vor dem Verlust des geliebten Menschen. In der dritten Strophe wird die Vergänglichkeit des Lebens und der Liebe thematisiert. Die Sprecherin befürchtet, dass der Geliebte im Strom der Zeit für sie erblassen wird. Sie wünscht sich, gemeinsam mit ihm zu sterben, vergleichbar mit dem Untergang der Farben in der Nacht, wenn die Sonne untergeht. Dieses Bild verdeutlicht den Wunsch nach einem gemeinsamen Ende und ewiger Verbundenheit, selbst über den Tod hinaus.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- An meinem Busen hat sein Haupt geruht
- Kontrast
- Stürb ich mit dir, wie bei der Sonne Neigen
- Metapher
- Im Zeitenstrome wirst du mir erbleichen
- Personifikation
- Wie bei der Sonne Neigen die Farben all' in dunkler Nacht vergehn
- Rhetorische Frage
- Mußt ich dich überleben, schönes Leben? Noch Zukunft haben, da du keine hast?