Wunder über Wunder
1804Du wunderst wunderlich dich über Wunder, Verschwendest Witzespfeile, blank geschliffen. Was du begreifst, mein Freund, ist doch nur Plunder, Und in Begriffen nicht mit einbegriffen Ist noch ein unermeßliches Revier, Du selber drin das größte Wundertier.
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Interpretation
Das Gedicht "Wunder über Wunder" von Joseph von Eichendorff thematisiert die Grenzen menschlichen Verstehens und die Unbegreiflichkeit der Welt. Der Sprecher wendet sich an einen Freund, der sich über Wunder wundert und mit seinem Witz nach Erklärungen sucht. Doch was der Mensch begreift, ist nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit - ein "Plunder", der nicht das Wesentliche erfasst. Das unermessliche Gebiet des Unbegreiflichen umfasst auch den Menschen selbst, der als das "größte Wundertier" bezeichnet wird. Damit wird die Einzigartigkeit und Komplexität des menschlichen Wesens hervorgehoben, das sich selbst nicht vollständig erfassen kann. Der Mensch ist Teil des großen Wunders der Schöpfung, bleibt aber ein Mysterium für sich selbst. Eichendorff regt zum Nachdenken über die Grenzen menschlichen Wissens an. Der Versuch, alles mit dem Verstand zu erfassen und zu erklären, bleibt unvollständig. Es gibt eine Sphäre des Unbegreiflichen und Wunderbaren, die den Menschen übersteigt. Das Gedicht lädt dazu ein, Demut angesichts der Rätsel der Existenz zu bewahren und die Faszination des Unbekannten zu würdigen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Verschwendest Witzespfeile, blank geschliffen
- Kontrast
- Was du begreifst, mein Freund, ist doch nur Plunder, / Und in Begriffen nicht mit einbegriffen
- Metapher
- Du selber drin das größte Wundertier