Würdigung
1866Nun sprich ′mal ganz offen und frei, Ganz ohne Verschluß und Schlich - Was ist denn dabei? Das Irrlichtelieren der kreuz und quer Hab′ ich nicht nötig: und du nicht mehr Als ich!
So reizt′ ich beim Wein einen Feinsten der Feinen - Er war, weiß Gott, nicht von den Kleinen, Stand schon hoch über Geifer und Gier Und hat mich auch richtig geschätzt und begriffen: Darum den schlausten von seinen Kniffen Gab er zur Antwort mir.
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Interpretation
Das Gedicht "Würdigung" von Hanns von Gumppenberg handelt von einem ehrlichen und offenen Gespräch zwischen dem lyrischen Ich und einem anderen Mann, der als "Feinster der Feinen" beschrieben wird. Das lyrische Ich fordert den Mann auf, frei und ohne Umschweife zu sprechen und fragt, was dabei sei. Es betont, dass es keine umständlichen und verwirrenden Reden brauche und dass der Mann nicht mehr als es selbst habe. Das Gedicht deutet an, dass der Mann, mit dem das lyrische Ich spricht, eine angesehene und geachtete Persönlichkeit ist, die bereits über niedere Instinkte wie Neid und Gier erhaben ist. Er hat das lyrische Ich richtig eingeschätzt und verstanden. Als Antwort auf die Aufforderung des lyrischen Ichs gibt der Mann demnach seine schlauste List preis. Die Interpretation des Gedichts könnte darauf hindeuten, dass das lyrische Ich den Mann dazu bringen möchte, seine wahren Gedanken und Absichten zu offenbaren. Es scheint, als ob das lyrische Ich den Mann herausfordert, ehrlich und direkt zu sein, ohne sich in komplizierte und verwirrende Ausdrucksweisen zu verlieren. Der Mann, der als "Feinster der Feinen" bezeichnet wird, wird als jemand dargestellt, der bereits über niedere Triebe erhaben ist und das lyrische Ich richtig einschätzen kann. Indem er seine schlauste List preisgibt, gibt er dem lyrischen Ich möglicherweise einen Einblick in seine wahre Natur und seine Absichten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schlausten von seinen Kniffen
- Enjambement
- Hab′ ich nicht nötig: und du nicht mehr Als ich!
- Hyperbel
- Stand schon hoch über Geifer und Gier
- Metapher
- einen Feinsten der Feinen
- Parallelismus
- Ganz ohne Verschluß und Schlich
- Personifikation
- Das Irrlichtelieren der kreuz und quer
- Rhetorische Frage
- Was ist denn dabei?