Würden
1759Wie die Säule des Lichts auf des Baches Welle sich spiegelt, Hell, wie von eigener Glut, flammt der vergoldete Saum, Aber die Well′ entführet der Strom, durch die glänzendes Straße Drängt eine andre sich schon, schnell, wie die erste, zu fliehn, So beleuchtet der Würden Glanz den sterblichen Menschen; Nicht er selbst, nur der Ort, den er durchwandelte, glänzt.
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Interpretation
Das Gedicht "Würden" von Friedrich von Schiller vergleicht die Würde eines Menschen mit dem Licht, das sich auf der Oberfläche eines fließenden Baches spiegelt. Wie das Licht auf den Wellen erscheint und wieder verschwindet, so ist auch die Würde eines Menschen vergänglich und nicht von ihm selbst ausgehend, sondern von der Position oder dem Ort, den er einnimmt. Die Metapher des goldenen Saumes, der auf den Wellen des Baches glänzt, symbolisiert die vergängliche Natur der Würde. Sie ist hell und auffällig, aber nicht von Dauer, da der Strom sie fortführt und eine neue Welle den Platz der vorherigen einnimmt. So ist auch die Würde eines Menschen nicht von Dauer, sondern wird ständig erneuert und vergeht wieder. Das Gedicht betont, dass die Würde nicht vom Menschen selbst ausgeht, sondern von dem Ort oder der Position, die er einnimmt. Der Mensch ist sterblich und vergänglich, aber der Glanz der Würde, den er ausstrahlt, ist nur eine Reflexion des Ortes, den er durchwandert. Es ist eine Mahnung, dass die Würde nicht in der Person selbst liegt, sondern in der Rolle, die sie in der Gesellschaft spielt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Wie die Säule des Lichts auf des Baches Welle sich spiegelt
- Personifikation
- Nicht er selbst, nur der Ort, den er durchwandelte, glänzt
- Vergleich
- So beleuchtet der Würden Glanz den sterblichen Menschen