Wolkenschatten
unknownSchwarz schleichen Efeuwellen Über Goldlackranken. Im Glimmersande rauchen Violenschwüle Quellen.
Aschenfalter wehen und tauchen Durch den klingenden Äther. Die Gesänge der Lilien Wanken und flehen.
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Interpretation
Das Gedicht "Wolkenschatten" von Max Dauthendey zeichnet ein düsteres und geheimnisvolles Bild einer Natur, die von Schatten und Schwüle durchdrungen ist. Die erste Strophe führt uns in eine Welt, in der der Efeu wie Wellen über die Goldlackranken schleicht, was auf eine langsame, fast bedrohliche Bewegung hindeutet. Die "Violenschwüle Quellen" im Glimmersande rauchen, was eine Atmosphäre von Hitze und Verführung schafft, aber auch eine Ahnung von etwas Verborgenem oder Gefährlichem. In der zweiten Strophe wechselt die Stimmung zu einer noch etherealeren und traumhaften Ebene. Die "Aschenfalter" wehen und tauchen durch den "klingenden Äther", was eine surreale und fast geisterhafte Szenerie erzeugt. Die Lilien, die normalerweise für Reinheit und Schönheit stehen, wanken und flehen nun, was auf eine Verletzlichkeit oder einen Verlust ihrer ursprünglichen Bedeutung hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre von Melancholie und Veränderung. Die Natur wird als ein Ort dargestellt, an dem die üblichen Schönheiten und Harmonien gestört oder verändert werden. Die Bilder von Schwüle, Schatten und Flehen lassen eine tiefere, vielleicht sogar existenzielle Unruhe durchscheinen, die den Leser zum Nachdenken über die Vergänglichkeit und die verborgenen Aspekte der Natur und des Lebens anregt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Aschenfalter
- Personifikation
- Die Gesänge der Lilien Wanken und flehen