Wolken

Hanns von Gumppenberg

1866

Wolken, die den Himmel näher bringen, Grenzen setzend seinen Abgrundweiten, Seinen flutenden Unendlichkeiten -

Ferne Wolken, aber endlich-ferne: Freundlich macht ihr Sonne, Mond und Sterne Zu Gesellen unfern Erdendingen;

Ja verherrlicht gebt ihr uns die Hohen, Mögt ihr dunkel ihren Glanz umringen, Mögen sie verklärend euch durchlohen!

Euch nur ist ein großer Mensch vergleichbar, Dessen Geist wie eine freie Wolke Schwebt im Äther überm Erdenvolke.

Daß dort unten trüber Streit sich schlichte, Zeigt er sein Erleben mit dem Lichte, Fern, und doch als Bruder noch erreichbar:

Wie die Strahlen feurig ihn durchdringen, Wie sie dreifach hellern Glanz verbreiten Eingesäumt von seinen Menschlichkeiten.

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Illustration zu Wolken

Interpretation

Das Gedicht "Wolken" von Hanns von Gumppenberg beschreibt die Wolken als Vermittler zwischen Himmel und Erde, die den Himmel näher bringen und seine Weiten begrenzen. Die Wolken werden als freundlich und tröstlich dargestellt, da sie die Sonne, den Mond und die Sterne zu Gesellen der irdischen Dinge machen. Sie verherrlichen auch die Hohen, indem sie ihren Glanz umringen und von ihnen durchloht werden. Im zweiten Teil des Gedichts wird ein großer Mensch mit einer freien Wolke verglichen, dessen Geist im Äther über dem Erdenvolk schwebt. Dieser Mensch zeigt sein Erleben mit dem Licht und ist fern, aber dennoch als Bruder erreichbar. Die Strahlen, die ihn durchdringen, verbreiten dreifach hellen Glanz, der von seinen Menschlichkeiten umrahmt wird. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Verbundenheit zwischen Himmel und Erde sowie zwischen dem Menschen und dem Göttlichen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Wie die Strahlen feurig ihn durchdringen
Personifikation
Freundlich macht ihr Sonne, Mond und Sterne zu Gesellen
Vergleich
Euch nur ist ein großer Mensch vergleichbar