Woher?
1895Tiefblau der Himmel, hell glänzt der Firn, da fällt ein Tropfen auf meine Stirn.
Ich wend mich um, und spähe, spähe… nicht Wolken, nicht Menschen in meiner Nähe.
Du schöner Himmel, von Glanz umwoben, sag, weinen denn die auch dort oben?
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Interpretation
Das Gedicht "Woher?" von Maria Janitschek ist ein kurzes, aber eindringliches Werk, das die Natur und die menschliche Neugierde thematisiert. Es beginnt mit einer Beschreibung eines tiefblauen Himmels und des glänzenden Firns, was eine klare und friedliche Atmosphäre schafft. Der plötzliche Tropfen auf der Stirn des Sprechers bringt eine überraschende Wendung, die Neugier und Verwirrung auslöst. Die zweite Strophe vertieft das Mysterium, indem der Sprecher sich umsieht und vergeblich nach der Quelle des Tropfens sucht. Die Wiederholung des Wortes "spähe" betont die Intensität der Suche und das Unverständnis über das Phänomen. Die Abwesenheit von Wolken oder Menschen in der Nähe verstärkt das Rätselhafte und lässt den Leser über die Herkunft des Tropfens nachdenken. Die letzte Strophe richtet den Fokus auf den Himmel, der als "schön" und von "Glanz umwoben" beschrieben wird. Die Frage, ob es auch dort oben weint, gibt dem Gedicht eine philosophische Tiefe. Sie deutet auf die Möglichkeit von Emotionen oder Phänomenen im Himmel hin, die dem menschlichen Verständnis entgehen. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Mischung aus Staunen, Suche und philosophischer Betrachtung der Natur und ihrer Geheimnisse.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- da fällt ein Tropfen auf meine Stirn
- Hyperbel
- von Glanz umwoben
- Kontrast
- nicht Wolken, nicht Menschen in meiner Nähe
- Metapher
- Tiefblau der Himmel, hell glänzt der Firn
- Personifikation
- sag, weinen denn die auch dort oben?
- Wiederholung
- spähe, spähe