Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt?
1834Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt? Wo ruht ein Grund, nicht stets durchwühlt? Wo strahlt ein See, nicht stets durchspült? Ein Mutterschoß, der nie erkühlt? Ein Spiegel, nicht für jedes Bild - Wo ist ein Grund, ein Dach, ein Schild, Ein Himmel, der kein Wolkenflug, Ein Frühling, der kein Vögelzug, Wo eine Spur, die ewig treu, Ein Gleis, das nicht stets neu und neu? Ach, wo ist Bleibens auf der Welt, Ein redlich, ein gefriedet Feld, Ein Blick, der hin und her nicht schweift, Und dies und das und nichts ergreift, Ein Geist, der sammelt und erbaut - Ach, wo ist meiner Sehnsucht Braut? Ich trage einen treuen Stern Und pflanzt ihn in den Himmel gern Und find kein Plätzchen tief und klar Und keinen Felsgrund zum Altar; Hilf suchen, Süße, halt, o halt, Ein jeder Himmel leidt Gewalt.
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Interpretation
Das Gedicht "Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt?" von Clemens Brentano thematisiert die Sehnsucht nach Beständigkeit und Beständigkeit in einer Welt des ständigen Wandels. Der lyrische Ich fragt wiederholt nach Orten oder Zuständen, die unverändert und ewig bleiben, wie ein Herz, das beständig fühlt, ein Grund, der nicht aufgewühlt wird, oder ein Himmel ohne Wolkenzug. Diese Fragen verdeutlichen die Unmöglichkeit, in der vergänglichen Welt etwas zu finden, das von Dauer ist. Die Metaphern im Gedicht, wie der "Mutterschoß, der nie erkühlt" oder der "Spiegel, nicht für jedes Bild", symbolisieren den Wunsch nach einem sicheren, unveränderlichen Ort oder Zustand. Die Wiederholung des Wortes "wo" am Anfang vieler Zeilen unterstreicht die Suche nach etwas Beständigem und Unveränderlichem. Der lyrische Ich scheint verzweifelt zu sein, da er keine Antwort auf seine Fragen findet und erkennt, dass alles in der Welt dem Wandel unterworfen ist. Im letzten Teil des Gedichts trägt der lyrische Ich einen "treuen Stern" und möchte ihn in den Himmel pflanzen, findet aber keinen geeigneten Platz dafür. Die Zeile "Hilf suchen, Süße, halt, o halt" deutet auf die Suche nach Unterstützung oder Trost hin. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass selbst der Himmel der Gewalt ausgesetzt ist, was die Unmöglichkeit, Beständigkeit zu finden, noch verstärkt. Insgesamt drückt das Gedicht die menschliche Sehnsucht nach Beständigkeit und die Frustration über die Vergänglichkeit aller Dinge aus.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ein rotes, ein gefriedet Feld
- Anapher
- Ein Blick, der hin und her nicht schweift, Und dies und das und nichts ergreift
- Metapher
- Ich trage einen treuen Stern
- Parallelismus
- Wo ist ein Grund, ein Dach, ein Schild
- Personifikation
- Ein jeder Himmel leidt Gewalt
- Rhetorische Frage
- Wo schlägt ein Herz, das bleibend fühlt? Wo ruht ein Grund, nicht stets durchwühlt?