Wo ist der Ort, an dem du weilst?

Georg Friedrich Daumer

1846

Wo ist der Ort, an dem du weilst? An diesem Orte will ich sterben. Kein andrer Port auf wildem Meer; In diesem Porte will ich sterben.

Es läßt Karun von seinem Gold, Der Reiche nicht von seinem Horte; Wo wäre mir ein Hort, wie du? Bei diesem Horte will ich sterben.

Und wenn du dich vor mir verbirgst, Und wenn du deine Pforte schließest, An dieser Pforte lager′ ich, An dieser Pforte will ich sterben.

Das letzte Wort aus meinem Mund, Was wird es sein? Dein süßer Name. Wie fiele mir ein andres ein? Mit diesem Worte will ich sterben.

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Interpretation

Das Gedicht "Wo ist der Ort, an dem du weilst?" von Georg Friedrich Daumer handelt von der tiefen Sehnsucht und Hingabe zu einer geliebten Person. Der Sprecher sucht nach einem Ort, an dem diese Person weilt, und drückt den Wunsch aus, an diesem Ort sterben zu wollen. Der Ort wird als Hafen oder Zuflucht beschrieben, an dem der Sprecher Schutz und Geborgenheit findet. Der Reichtum und das Gold werden als bedeutungslos dargestellt im Vergleich zur Liebe und Verbundenheit zur geliebten Person. Das Gedicht betont die unerschütterliche Treue und Verbundenheit des Sprechers zu dieser Person. Selbst wenn sie sich vor ihm versteckt oder ihre Tür schließt, möchte der Sprecher an dieser Tür verweilen und dort sterben. Die Tür wird als Symbol für die Verbindung und Nähe zur geliebten Person interpretiert. Der Sprecher ist bereit, auf diese Weise zu leiden und zu warten, solange es nötig ist. Das Gedicht endet mit der Aussage, dass das letzte Wort, das der Sprecher ausspricht, der Name der geliebten Person sein wird. Es wird betont, dass es für den Sprecher unmöglich ist, an etwas anderes zu denken oder etwas anderes zu sagen. Die Liebe und Hingabe zur geliebten Person sind so stark, dass sie den gesamten Lebensweg des Sprechers prägen und bis zum letzten Atemzug begleiten.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Wo ist der Ort, an dem du weilst? An diesem Orte will ich sterben. Kein andrer Port auf wildem Meer; In diesem Porte will ich sterben.
Parallelismus
Es läßt Karun von seinem Gold, Der Reiche nicht von seinem Horte; Wo wäre mir ein Hort, wie du? Bei diesem Horte will ich sterben.
Personifikation
Und wenn du dich vor mir verbirgst, Und wenn du deine Pforte schließest, An dieser Pforte lager′ ich, An dieser Pforte will ich sterben.
Rhetorische Frage
Das letzte Wort aus meinem Mund, Was wird es sein? Dein süßer Name. Wie fiele mir ein andres ein? Mit diesem Worte will ich sterben.