Wo die Nebel brüten im Tal

Paula Dehmel

1918

Wo die Nebel brüten im Tal unterm Herbstlaub schwermütig lag ich …

Dein Antlitz ist ein Kornfeld auf dem die Sonne liegt und die Ähren schwer sind …

Wo dein Fuß über die Erde sprang, holen die Lerchen ihren Jubel. Dein Blut ist wie Wein von fernen Inseln, die ruhelos wandern in blauen Wellen.

Wie der Frühling geht deine Stimme über die Hügel rührend an schlafenden Klängen.

Hoch schlägt es aus Tälern! Ich möcht dir eine Blume schenken, die immer duftet.

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Illustration zu Wo die Nebel brüten im Tal

Interpretation

Das Gedicht "Wo die Nebel brüten im Tal" von Paula Dehmel ist eine lyrische Hommage an eine geliebte Person, die mit lebendigen Bildern und Metaphern dargestellt wird. Die ersten Strophen setzen eine herbstliche, melancholische Stimmung, die sich jedoch durch die Anwesenheit der geliebten Person wandelt. Ihr Antlitz wird mit einem Kornfeld verglichen, auf dem die Sonne liegt, was Wärme, Fruchtbarkeit und Lebensfülle symbolisiert. Die schweren Ähren stehen für Reife und Fülle, was die tiefe Bewunderung und Zuneigung des lyrischen Ichs unterstreicht. In den folgenden Strophen wird die geliebte Person als Quelle der Freude und des Lebens dargestellt. Ihr Fuß, der über die Erde springt, lässt die Lerchen jubeln, was auf eine belebende und inspirierende Wirkung hinweist. Ihr Blut, verglichen mit Wein von fernen Inseln, vermittelt ein Gefühl von Exotik, Reichtum und Lebendigkeit. Die Metapher des Weins deutet auch auf eine berauschende Wirkung hin, die die geliebte Person auf das lyrische Ich ausübt. Die letzte Strophe hebt die Stimme der geliebten Person hervor, die wie der Frühling über die Hügel geht und schlafende Klänge berührt. Dies symbolisiert Erneuerung, Wachstum und die Fähigkeit, schlummernde Gefühle und Sinne zu wecken. Das lyrische Ich möchte der geliebten Person eine Blume schenken, die immer duftet, was als Versprechen ewiger Liebe und unvergänglicher Schönheit interpretiert werden kann. Das Gedicht endet mit einer kraftvollen Bildsprache, die die tiefe emotionale Verbundenheit und die transformative Kraft der Liebe zum Ausdruck bringt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
die ruhelos wandern in blauen Wellen
Metapher
Wie der Frühling geht deine Stimme über die Hügel
Personifikation
rührend an schlafenden Klängen
Vergleich
Dein Blut ist wie Wein von fernen Inseln