Winterschlaf

Klabund

1890

Indem man sich nunmehr zum Winter wendet, Hat es der Dichter schwer, Der Sommer ist geendet, Und eine Blume wächst nicht mehr.

Was soll man da besingen? Die meisten Requisiten sind vereist. Man muß schon in die eigene Seele dringen - Jedoch, da haperts meist.

Man sitzt besorgt auf seinen Hintern, Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch, - Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern Wie Frosch und Lurch.

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Illustration zu Winterschlaf

Interpretation

Das Gedicht "Winterschlaf" von Klabund beschreibt die Schwierigkeiten, die ein Dichter im Winter hat. Der Sommer ist vorbei und die Natur ist erstarrt, was es schwer macht, Inspiration zu finden. Die üblichen Themen und Bilder des Sommers sind nicht mehr verfügbar, und der Dichter muss in seine eigene Seele eintauchen, um neue Ideen zu finden. Doch das ist nicht immer einfach, und oft sitzt der Dichter frustriert da und grübelt, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Der Dichter vergleicht sich mit Tieren wie Fröschen und Lurchen, die im Winter Winterschlaf halten. Er muss ebenfalls überwintern, bis der Frühling kommt und neue Inspiration bringt. Der Dichter muss geduldig sein und auf den richtigen Zeitpunkt warten, um wieder kreativ zu sein. Das Gedicht zeigt die Herausforderungen und die Einsamkeit des kreativen Prozesses und wie der Dichter mit den Höhen und Tiefen seines Berufs umgehen muss.

Schlüsselwörter

muß sitzt eben indem nunmehr winter wendet dichter

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Stilmittel

Metapher
Man sitzt besorgt auf seinen Hintern
Personifikation
Indem man sich nunmehr zum Winter wendet
Vergleich
Wie Frosch und Lurch