Winters Abschied

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

1814

Winter, ade! Scheiden tut weh. Aber dein Scheiden macht, Dass jetzt mein Herze lacht. Winter, ade! Scheiden tut weh.

Winter, ade! Scheiden tut weh. Gerne vergess’ ich dein, Kannst immer ferne sein. Winter, ade! Scheiden tut weh.

Winter, ade! Scheiden tut weh. Gehst du nicht bald nach Haus, Lacht dich der Kuckuck aus. Winter, ade! Scheiden tut weh.

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Interpretation

Das Gedicht "Winters Abschied" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben ist ein kurzes, aber eindrückliches Werk, das den Übergang vom Winter zum Frühling thematisiert. Der Titel gibt bereits den Inhalt vor: Es handelt sich um einen Abschied vom Winter, der durch den wiederkehrenden Refrain "Winter, ade! Scheiden tut weh" untermalt wird. Dieser Refrain deutet auf eine ambivalente Stimmung hin, in der das Abschiednehmen einerseits schmerzhaft ist, andererseits aber auch Erleichterung und Freude bringt. Die erste Strophe beschreibt die zwiespältigen Gefühle beim Abschied vom Winter. Obwohl das Scheiden weh tut, wird betont, dass das Herz nun lacht. Dies könnte als Metapher für die Freude über den nahenden Frühling und die damit verbundene Erneuerung der Natur verstanden werden. Der Winter wird somit als notwendige, aber unerwünschte Phase dargestellt, deren Ende willkommen ist. In der zweiten Strophe wird die Erleichterung über den Abschied noch deutlicher. Der Sprecher möchte den Winter gerne vergessen und wünscht sich, dass er "immer ferne sein" möge. Dies verstärkt den Eindruck, dass der Winter als eine eher unangenehme Zeit empfunden wird, deren Ende mit Wohlwollen aufgenommen wird. Der Refrain bleibt bestehen und unterstreicht die emotionale Zerrissenheit des Abschiednehmens. Die dritte Strophe bringt eine humorvolle Note ins Gedicht. Sollte der Winter nicht bald "nach Haus" gehen, droht ihm der Spott des Kuckucks. Dies ist eine Anspielung auf den bekannten Frühlingsboten, der den Winter als veraltet und überflüssig darstellt. Der Kuckuck als Symbol des Frühlings lacht den Winter aus, was die endgültige Überwindung der kalten Jahreszeit und den unaufhaltsamen Einzug des Frühlings symbolisiert. Das Gedicht endet mit dem Refrain, der die gemischten Gefühle des Abschieds noch einmal aufgreift.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Winter, ade! Scheiden tut weh.
Kontrast
Scheiden tut weh. Aber dein Scheiden macht, Dass jetzt mein Herze lacht.
Personifikation
Gehst du nicht bald nach Haus, Lacht dich der Kuckuck aus.