Winterrätsel
1812Ich falle vom Himmel in wirrem Gewimmel. Ich schimmre und flimmre und decke das Land zahllos wie Sand.
Doch unversehens im Sonnenschein schleich ich und weich ich und schlüpf ins Dunkel der Erde hinein
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Interpretation
Das Gedicht "Winterrätsel" von Friedrich Wilhelm Güll beschreibt das Phänomen des Schneefalls und dessen vergängliche Natur. Der Sprecher personifiziert den Schnee, der vom Himmel fällt und das Land in einer wirren Menge bedeckt. Die Verwendung von Wörtern wie "schimmre" und "flimmre" vermittelt die leuchtende und flackernde Erscheinung des Schnees. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Vergänglichkeit des Schnees betont. Wenn die Sonne scheint, schleicht und weicht der Schnee, verschwindet ins Dunkel der Erde. Dies verdeutlicht den Zyklus von Entstehen und Vergehen, der für den Schnee charakteristisch ist. Der Schnee erscheint in seiner Fülle und Schönheit, um dann wieder zu verschwinden und Teil der Erde zu werden. Güll nutzt geschickt Reim und Rhythmus, um die Bewegung und das Gefühl des Schneefalls zu vermitteln. Die kurzen, abgehackten Zeilen spiegeln die wirre Bewegung des fallenden Schnees wider, während die längeren Zeilen im zweiten Teil die langsame Auflösung des Schnees unter der Sonne andeuten. Das Gedicht ist ein kurzes, aber eindringliches Porträt eines natürlichen Vorgangs, das sowohl die Schönheit als auch die Vergänglichkeit des Schnees einfängt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ich schimmre und flimmre.
- Metapher
- doch unversehens im Sonnenschein schleich ich und weich ich.
- Personifikation
- und schlüpf ins Dunkel der Erde hinein