Winternacht

Joseph von Eichendorff

1788

Verschneit liegt rings die ganze Welt, ich hab’ nichts, was mich freuet, verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreust.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume, da rührt er seinen Wipfel sacht und redet wie im Traume.

Er träumt von künft’ger Frühlingszeit, von Grün und Quellenrauschen, wo er im neuen Blütenkleid zu Gottes Lob wird rauschen.

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Interpretation

Das Gedicht "Winternacht" von Joseph von Eichendorff beschreibt eine winterliche Landschaft, die von Kälte und Einsamkeit geprägt ist. Der Erzähler fühlt sich in dieser Szene einsam und unglücklich, da er nichts hat, was ihn erfreut. Die Natur scheint ebenfalls in einem Zustand der Verlassenheit zu sein, da die Bäume ihre Blätter verloren haben und kahl im Feld stehen. Die zweite Strophe führt eine subtile Veränderung ein. Der Wind, der in der stillen Nacht weht, rüttelt sanft an den Ästen des Baumes. Der Baum scheint daraufhin zu träumen, als ob er im Schlaf spräche. Dieses Träumen symbolisiert eine Sehnsucht nach Veränderung und Erneuerung, die den Baum in seinem winterlichen Zustand erfüllt. Im letzten Teil des Gedichts träumt der Baum von der kommenden Frühlingszeit, von grünen Blättern und dem Rauschen der Bäche. Er stellt sich vor, wie er in neuem Blütenkleid erstrahlt und Lobpreisungen an Gott richtet. Diese Vision des Frühlings steht im Kontrast zur winterlichen Realität und vermittelt eine Botschaft der Hoffnung und des Glaubens an die zyklische Natur des Lebens. Der Baum, der im Winter kahl und verlassen erscheint, birgt bereits die Verheißung der Wiedergeburt und Erneuerung in sich.

Schlüsselwörter

verschneit liegt rings ganze welt hab freuet verlassen

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Stilmittel

Metapher
Wo er im neuen Blütenkleid zu Gottes Lob wird rauschen
Personifikation
da rührt er seinen Wipfel sacht und redet wie im Traume