Winterdämmerung

Georg Trakl

unknown

Schwarze Himmel von Metall. Kreuz in roten Stürmen wehen Abends hungertolle Krähen Über Parken gram und fahl.

Im Gewölk erfriert ein Strahl; Und vor Satans Flüchen drehen Jene sich im Kreis und gehen Nieder siebenfach an Zahl.

In Verfaultem süß und schal Lautlos ihre Schnäbel mähen. Häuser dräu′n aus stummen Nähen; Helle im Theatersaal.

Kirchen, Brücken und Spital Grauenvoll im Zwielicht stehen. Blutbefleckte Linnen blähen Segel sich auf dem Kanal.

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Illustration zu Winterdämmerung

Interpretation

Das Gedicht "Winterdämmerung" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und unheimliche Winterlandschaft. Die Stimmung ist geprägt von Kälte, Verfall und einer bedrohlichen Atmosphäre. Der Himmel wird als "schwarz von Metall" beschrieben, was auf eine undurchdringliche Dunkelheit hindeutet. Die "roten Stürme" und die "hungertollen Krähen" vermitteln ein Gefühl von Unruhe und Verzweiflung. In den folgenden Versen wird die Szene noch bedrückender. Ein Strahl erfriert im Gewölk, was auf das Fehlen von Hoffnung oder Licht hindeutet. Die Krähen drehen sich im Kreis und gehen "siebtfach an Zahl" nieder, was auf eine Art von Fluch oder Verderben hindeutet. Der Verfall wird durch den "verfaulten" Geruch und die "mähenden" Schnäbel der Krähen verstärkt. Die letzten Strophen des Gedichts zeigen eine verlassene und menschenleere Umgebung. Die Häuser dräuen aus stummen Nähen, was auf eine Art von Sterilität oder Leere hindeutet. Die Kirchen, Brücken und das Spital stehen "grauenvoll im Zwielicht", was auf eine Art von Verfall oder Verlassenheit hindeutet. Die "blutbefleckten Linnen" blähen sich auf dem Kanal auf, was auf eine Art von Gewalt oder Tod hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Atmosphäre von Verfall, Verlassenheit und Bedrohung.

Schlüsselwörter

schwarze himmel metall kreuz roten stürmen wehen abends

Wortwolke

Wortwolke zu Winterdämmerung

Stilmittel

Alliteration
sich im Kreis und gehen
Bildsprache
Helle im Theatersaal
Hyperbel
Nieder siebenfach an Zahl
Metapher
Blutbefleckte Linnen blähen Segel sich auf dem Kanal
Onomatopoesie
Lautlos ihre Schnäbel mähen
Personifikation
Kirchen, Brücken und Spital grauenvoll im Zwielicht stehen