Winter
1919Es treiben grosse Flocken dicht und schräg - Der Wald hält still, die Zweige hängen träg.
Der Wind, der um die Wipfel wehte, schweigt. Die Kronen haben langsam sich geneigt.
Um eine hohe Tanne rieselt kalt Der Schnee: Mein Haupt wie Eis! Bin ich schon alt?
Durch hundert Jahre ist es nicht so weit - Ich steh schon immer in der Ewigkeit.
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Interpretation
Das Gedicht "Winter" von Hedwig Lachmann beschreibt die Stille und Kälte einer winterlichen Landschaft. Die Schneeflocken treiben dicht und schräg, während der Wald still wird und die Zweige träge hängen. Der Wind, der zuvor um die Wipfel wehte, verstummt, und die Kronen der Bäume neigen sich langsam. Diese Bilder vermitteln eine Atmosphäre der Ruhe und Erstarrung, die typisch für den Winter ist. Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine hohe Tanne, an der der Schnee kalt rieselt. Der Sprecher vergleicht seinen Kopf mit Eis und fragt sich, ob er bereits alt geworden ist. Diese persönliche Reflexion fügt dem Gedicht eine menschliche Dimension hinzu und verbindet die äußere Winterlandschaft mit den inneren Gefühlen des Sprechers. Die Kälte des Schnees wird zu einem Symbol für das Gefühl des Alterns und der Vergänglichkeit. Der letzte Vers des Gedichts führt eine zeitlose Perspektive ein. Der Sprecher sagt, dass es durch hundert Jahre nicht so weit sei und dass er schon immer in der Ewigkeit stehe. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher eine transzendente Sichtweise einnimmt und sich selbst als Teil eines größeren, zeitlosen Kontinuums sieht. Die Winterlandschaft wird somit zu einem Symbol für die ewige Natur der Existenz, die über individuelle menschliche Erfahrungen hinausgeht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schweigt. Die Kronen haben langsam sich geneigt
- Bildsprache
- Es treiben grosse Flocken dicht und schräg
- Metapher
- Mein Haupt wie Eis! Bin ich schon alt?
- Personifikation
- Der Wald hält still, die Zweige hängen träg
- Vergleich
- Mein Haupt wie Eis