Winter

Adelbert von Chamisso

1838

In den jungen Tagen Hatt ich frischen Mut, In der Sonne Strahlen War ich stark und gut.

Liebe, Lebenswogen, Sterne, Blumenlust! Wie so stark die Sehnen! Wie so voll die Brust!

Und es ist zerronnen, Was ein Traum nur war; Winter ist gekommen, Bleichend mir das Haar.

Bin so alt geworden, Alt und schwach und blind, Ach! verweht das Leben, Wie ein Nebelwind!

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Illustration zu Winter

Interpretation

Das Gedicht "Winter" von Adelbert von Chamisso beschreibt den Übergang vom jugendlichen Optimismus zur alten Schwäche. In der ersten Strophe blickt der Sprecher auf seine Jugend zurück, in der er voller Mut und Stärke war und sich in der Sonne wohl fühlte. Die zweite Strophe verdeutlicht die Fülle und Intensität dieser Zeit, in der Liebe, Leben, Sterne und Blumen seine Sinne erfüllten und seine Brust vor Kraft strotzte. In der dritten Strophe folgt der Wendepunkt: Die schönen Zeiten sind vergangen, wie ein Traum entschwunden. Der Winter, ein Symbol für Alter und Tod, ist gekommen und hat dem Sprecher das Haar ergraut. Die vierte Strophe verdeutlicht den Zustand des Alters: Der Sprecher ist alt, schwach und blind, und sein Leben ist wie vom Winde verweht, vergänglich wie ein Nebel. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens. Der Kontrast zwischen der Fülle und Kraft der Jugend und der Schwäche und Vergänglichkeit des Alters wird eindrucksvoll dargestellt. Der Winter als Metapher für das Alter unterstreicht die Kälte, Leere und Endlichkeit, die mit dem Älterwerden einhergehen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Wie ein Nebelwind!
Kontrast
In den jungen Tagen Hatt ich frischen Mut, In der Sonne Strahlen War ich stark und gut.
Metapher
Winter ist gekommen, Bleichend mir das Haar.
Personifikation
Liebe, Lebenswogen, Sterne, Blumenlust!
Symbolik
Winter ist gekommen, Bleichend mir das Haar.