Winter
1929Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen? Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen. Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß, längst ist das aus! Die ganze Welt ist jetzt, o weh, Barfüßle im Schnee. Die schwarzen Bäume stehn und frieren, im Ofen die Bratäpfel musizieren, das Dach hängt voll Eis. Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß! Bald kehrst du wieder, o nur ein Weilchen, und blaue Lieder duften die Veilchen!
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Interpretation
Das Gedicht "Winter" von Arno Holz thematisiert den Kontrast zwischen der Sehnsucht nach dem Frühling und der gegenwärtigen Kälte des Winters. Der Sprecher fragt den Frühling, wo er geblieben ist, und erinnert sich an die Freude, die seine Vögel einst bereitet haben. Die Welt, die einst wie ein Blumenstrauß war, ist nun kalt und leer, wie ein "Barfüßle im Schnee". Die Bäume stehen schwarz und gefroren, während im Ofen Bratäpfel brutzeln und das Dach von Eis bedeckt ist. Trotz dieser winterlichen Szenerie gibt es eine Hoffnung auf die Rückkehr des Frühlings, der bald wiederkehren und die Welt mit blauen Liedern und duftenden Veilchen erfüllen wird. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die durch die Beschreibung der winterlichen Landschaft und die Sehnsucht nach dem Frühling entsteht. Die Verwendung von Bildern wie dem "Barfüßle im Schnee" und den "schwarzen Bäumen" verstärkt die Kälte und Leere der Jahreszeit. Gleichzeitig bringt die Erwähnung der Bratäpfel im Ofen eine gewisse Wärme und Gemütlichkeit in die Szene. Die Wiederholung von "ich weiß, ich weiß" und die Betonung der baldigen Rückkehr des Frühlings zeigen die Zuversicht und Hoffnung des Sprechers auf bessere Zeiten. Die Struktur des Gedichts spiegelt den Wechsel von Melancholie zu Hoffnung wider. Die ersten Strophen beschreiben die Kälte und Leere des Winters, während die letzten Strophen die Vorfreude auf den Frühling ausdrücken. Die Verwendung von Reimen und Rhythmus verleiht dem Gedicht einen musikalischen Charakter, der die emotionale Wirkung verstärkt. Insgesamt ist "Winter" ein Gedicht, das die menschliche Erfahrung der Jahreszeitenzyklen und die damit verbundenen Gefühle von Sehnsucht, Melancholie und Hoffnung einfängt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Frage
- Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen?
- Hyperbel
- Barfüßle im Schnee
- Metapher
- Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß
- Personifikation
- Die schwarzen Bäume stehn und frieren
- Wiederholung
- Bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß!