Wink

Johann Wolfgang von Goethe

1749

Und doch haben sie recht, die ich schelte: Denn, daß ein Wort nicht einfach gelte, Das müßte sich wohl von selbst verstehn. Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den Stäben Blicken ein Paar schöne Augen hervor. Der Fächer ist nur ein lieblicher Flor, Er verdeckt mir zwar das Gesicht, Aber das Mädchen verbirgt er nicht, Weil das Schönste, was sie besitzt, Das Auge, mir ins Auge blitzt.

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Illustration zu Wink

Interpretation

Das Gedicht "Wink" von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt sich mit der Komplexität der menschlichen Kommunikation und der Bedeutung von nonverbalen Signalen. Der Sprecher reflektiert über die Kritik, die er an anderen geübt hat, und erkennt, dass Worte nicht immer einfach und eindeutig zu verstehen sind. Er verwendet das Bild eines Fächers, um zu verdeutlichen, dass Worte wie ein Fächer sind, der zwar etwas verdeckt, aber gleichzeitig etwas anderes sichtbar macht. In den folgenden Zeilen wird der Fächer als Metapher für die Sprache verwendet. Der Fächer, der das Gesicht des Mädchens verdeckt, symbolisiert, wie Worte die wahre Bedeutung oder Absicht einer Person verbergen können. Trotzdem bleiben die Augen des Mädchens sichtbar, was darauf hindeutet, dass die wahre Essenz oder die Absicht einer Person durch nonverbale Signale wie einen Blick oder ein Zwinkern zum Ausdruck kommen kann. Dies unterstreicht die Idee, dass nonverbale Kommunikation oft aussagekräftiger ist als Worte. Das Gedicht schließt mit der Erkenntnis, dass das Schönste, was das Mädchen besitzt, ihre Augen sind, die direkt in die Augen des Sprechers blicken. Dies betont die Macht und Bedeutung der nonverbalen Kommunikation, insbesondere des Augenkontakts, der als eine Form der direkten und ehrlichen Kommunikation dient. Goethe verdeutlicht, dass trotz der Komplexität der Sprache die wahre Bedeutung oft in den subtilen, nonverbalen Signalen liegt, die zwischen den Menschen ausgetauscht werden.

Schlüsselwörter

wort fächer auge recht schelte einfach gelte müßte

Wortwolke

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Stilmittel

Bildsprache
Zwischen den Stäben / Blicken ein Paar schöne Augen hervor
Hyperbel
Das Schönste, was sie besitzt, / Das Auge
Kontrast
Der Fächer ist nur ein lieblicher Flor, / Er verdeckt mir zwar das Gesicht, / Aber das Mädchen verbirgt er nicht
Metapher
Das Wort ist ein Fächer!
Personifikation
Das Auge blitzt ins Auge