Willst du uns, Freund, zu Kindern machen...
1848“Willst du uns, Freund, zu Kindern machen? Du sagst uns weltbekannte Sachen!” Verzeiht! ich konnt aus euren Werken, Daß ihr alles wißt, nicht merken!
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Interpretation
Das Gedicht "Willst du uns, Freund, zu Kindern machen..." von Ernst von Feuchtersleben ist eine humorvolle und ironische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Dichter und Publikum. Der Sprecher spricht einen "Freund" an, der anscheinend versucht, die Zuhörer zu belehren und ihnen bekannte Dinge als neue Erkenntnisse zu präsentieren. Die Ironie liegt darin, dass der Sprecher dem Freund vorwirft, weltbekannte Sachen als originelle Einsichten darzustellen, als ob er das Publikum zu Kindern machen wollte, die noch nichts von der Welt wissen. Die zweite Strophe verdeutlicht die Ironie und den Sarkasmus des Sprechers. Er behauptet, aus den Werken des Freundes nicht herauslesen zu können, dass dieser alles weiß. Dies ist eine Anspielung darauf, dass der Freund sich selbst als allwissend darstellt, aber in Wirklichkeit nichts Neues oder Originelles beiträgt. Der Sprecher stellt die Glaubwürdigkeit und den Intellekt des Freundes infrage und deutet an, dass dieser sich selbst überschätzt. Insgesamt kritisiert das Gedicht die Tendenz einiger Autoren, sich selbst zu wichtig zu nehmen und dem Publikum bekannte Dinge als neue Erkenntnisse zu präsentieren. Feuchtersleben nutzt geschickt Ironie und Sarkasmus, um die Kluft zwischen der Selbsteinschätzung des Freundes und der Realität aufzuzeigen. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Rolle des Autors und die Erwartungen des Publikums nachzudenken und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit der Literatur an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- aus euren Werken
- Ironie
- Du sagst uns weltbekannte Sachen!
- Rhetorische Frage
- Willst du uns, Freund, zu Kindern machen?