Willst du eignen Schmerz zu tragen
Dir den Busen kräftigen,
Lerne mit der Menschheit Fragen
Edel dich beschäftigen.
Wie die Seele sich erweitert,
Wird dein Leben auch erheitert.
Willst du eignen Schmerz zu tragen…
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Kurze Interpretation des Gedichts
Das Gedicht „Willst du eignen Schmerz zu tragen…“ von Ernst von Feuchtersleben ist eine kurze, prägnante Anweisung zur Bewältigung persönlicher Schmerzen und zur Steigerung des inneren Wohlbefindens. Es bietet einen Weg an, der über das bloße individuelle Leid hinausführt und stattdessen die Auseinandersetzung mit der Menschheit und ihren Fragen in den Mittelpunkt stellt. Der Titel selbst deutet bereits an, dass das Tragen von Schmerz als eine unvermeidliche Erfahrung des Lebens anerkannt wird, aber die wahre Herausforderung darin besteht, wie man diesen Schmerz bewältigt.
Das Gedicht schlägt vor, dass die Beschäftigung mit „der Menschheit Fragen“ einen positiven Einfluss auf das eigene Befinden hat. Dies impliziert, dass die Konzentration auf größere, überpersönliche Themen, das Verständnis der menschlichen Kondition und das Nachdenken über universelle Fragen wie Sinn, Moral oder Existenz dazu beitragen können, den eigenen Schmerz zu relativieren oder sogar zu transzendieren. Durch die Auseinandersetzung mit den Problemen und Herausforderungen anderer Menschen erweitert man nicht nur den eigenen Horizont, sondern gewinnt auch eine neue Perspektive auf die eigenen Schwierigkeiten.
Die beiden letzten Zeilen des Gedichts formulieren eine klare Konsequenz: „Wie die Seele sich erweitert, / Wird dein Leben auch erheitert.“ Dies verdeutlicht, dass die Beschäftigung mit der Menschheit und ihren Fragen eine transformierende Wirkung hat. Die „Erweiterung der Seele“ beschreibt hier einen Prozess der intellektuellen und emotionalen Bereicherung, der letztendlich zur „Erheiterung“ des Lebens führt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Schmerz verschwindet, sondern dass man durch die Auseinandersetzung mit anderen und ihren Problemen eine neue Stärke und Gelassenheit gewinnt.
Insgesamt ist das Gedicht eine Ermutigung, über das individuelle Leid hinauszugehen und sich den größeren Fragen des Lebens zu widmen. Es bietet eine praktische, wenn auch einfache, Strategie zur Bewältigung von Schmerz, indem es die Kraft der Empathie, des Wissens und der Selbstreflexion betont. Der Autor legt nahe, dass die Auseinandersetzung mit der Menschheit und ihren Fragen ein Weg zur inneren Freiheit und zum Glück ist, selbst in Zeiten persönlicher Not.
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Lizenz und Verwendung
Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.
