Wildgänse rauschen durch die Nacht

Walter Flex

1916

Wildgänse rauschen durch die Nacht Mit schrillem Schrei nach Norden - Unstäte Fahrt! Habt acht, habt acht! Die Welt ist voller Morden.

Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt, Graureisige Geschwader! Fahlhelle zuckt, und Schlachtruf gellt, Weit wallt und wogt der Hader.

Rausch′ zu, fahr′ zu, du graues Heer! Rauscht zu, fahrt zu nach Norden! Fahrt ihr nach Süden übers Meer - Was ist aus uns geworden!

Wir sind wie ihr ein graues Heer Und fahr′n in Kaisers Namen, Und fahr′n wir ohne Wiederkehr, Rauscht uns im Herbst ein Amen!

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Illustration zu Wildgänse rauschen durch die Nacht

Interpretation

Das Gedicht "Wildgänse rauschen durch die Nacht" von Walter Flex thematisiert die Themen Krieg, Sehnsucht und die Unausweichlichkeit des Schicksals. Die Wildgänse symbolisieren die Soldaten, die in den Krieg ziehen, und ihre Reise steht für den unausweichlichen Weg in den Tod. Das Gedicht vermittelt eine düstere und melancholische Stimmung, die den Leser in die emotionale Welt des Krieges eintauchen lässt. Das Gedicht beginnt mit dem Bild der Wildgänse, die durch die Nacht ziehen, was die Soldaten auf ihrem Weg in den Krieg darstellt. Die "schrille Schrei" der Gänse symbolisiert den Schmerz und die Angst, die die Soldaten empfinden. Die Warnung "Habt acht, habt acht!" deutet auf die Gefahren hin, die auf sie warten, und die "Morde" in der Welt spiegeln die Brutalität des Krieges wider. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Reise der Wildgänse durch die Nacht fortgesetzt, was die Soldaten auf ihrem Weg in den Krieg symbolisiert. Die "Graureisige Geschwader" stehen für die Soldaten, die in den Krieg ziehen, und die "Fahlhelle" und der "Schlachtruf" symbolisieren die Gewalt und den Tod, die auf sie warten. Die "Hader" und der "Hader" spiegeln die Konflikte und Kämpfe wider, die im Krieg stattfinden. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Soldaten wie die Wildgänse ein "graues Heer" sind, das in den Krieg zieht. Die Erwähnung des Kaisers und der "Wiederkehr" deutet darauf hin, dass die Soldaten möglicherweise nicht zurückkehren werden. Das "Amen" im Herbst symbolisiert den Tod und die Endgültigkeit des Schicksals der Soldaten.

Schlüsselwörter

fahrt fahr norden habt acht welt graues heer

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Stilmittel

Alliteration
Fahrt durch die nachtdurchwogte Welt
Anapher
Fahrt zu, fahr' zu, du graues Heer! / Rauscht zu, fahrt zu nach Norden!
Kontrast
Fahrt ihr nach Süden übers Meer - / Was ist aus uns geworden!
Metapher
Wildgänse als 'graues Heer'
Parallelismus
Rauschen durch die Nacht / Mit schrillem Schrei nach Norden
Personifikation
Die Welt ist voller Morden