Wilder Rosenbusch

Rainer Maria Rilke

1926

Wie steht er da vor den Verdunkelungen des Regenabends; jung und rein; in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen und doch versunken in sein Rose-sein;

die flachen Blüten, da und dort schon offen, jegliche ungewollt und ungepflegt: so, von sich selbst unendlich übertroffen und unbeschreiblich aus sich selbst erregt,

ruft er dem Wandrer, der in abendlicher Nachdenklichkeit den Weg vorüberkommt: Oh sieh mich stehn, sieh her, was bin ich sicher und unbeschützt und habe was mir frommt.

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Illustration zu Wilder Rosenbusch

Interpretation

Das Gedicht "Wilder Rosenbusch" von Rainer Maria Rilke beschreibt einen wilden Rosenbusch, der an einem regnerischen Abend steht. Der Rosenbusch wird als jung und rein dargestellt, mit Ranken, die aus sich selbst herauswachsen. Er ist tief in seinem Rosen-Sein versunken und gibt sich selbst durch seine Blüten, die flach und ungepflegt sind. Der Rosenbusch ist von sich selbst übertroffen und erregt sich unbeschreiblich. Der Rosenbusch ruft einem Wanderer zu, der in abendlicher Nachdenklichkeit vorbeikommt. Er bittet den Wanderer, ihn anzusehen und zu sehen, was er ist: sicher und ungeschützt, aber dennoch mit dem zufrieden, was ihm guttut. Der Rosenbusch symbolisiert die Schönheit und Verletzlichkeit der Natur und die Zufriedenheit, die aus dem einfachen Sein entsteht.

Schlüsselwörter

selbst sieh steht verdunkelungen regenabends jung rein ranken

Wortwolke

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Stilmittel

Apostrophe
ruft er dem Wandrer, der in abendlicher Nachdenklichkeit den Weg vorüberkommt: Oh sieh mich stehn, sieh her, was bin ich sicher und unbeschützt und habe was mir frommt
Bildsprache
die flachen Blüten, da und dort schon offen, jegliche ungewollt und ungepflegt
Hyperbel
von sich selbst unendlich übertroffen
Metapher
versunken in sein Rose-sein
Personifikation
Wie steht er da vor den Verdunkelungen des Regenabends; jung und rein; in seinen Ranken schenkend ausgeschwungen und doch versunken in sein Rose-sein