Wiedersehen

August Stramm

1874

Dein Schreiten bebt In Schauen stirbt der Blick Der Wind Spielt Blasse Bänder. Du Wendest Fort! Den Raum umwirbt die Zeit!

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Illustration zu Wiedersehen

Interpretation

Das Gedicht "Wiedersehen" von August Stramm beschreibt ein kurzes, intensives Wiedersehen zweier Menschen, das von einer flüchtigen und fast surrealen Atmosphäre geprägt ist. Die Begegnung ist von einer starken emotionalen Spannung durchzogen, die sich in den Bewegungen und Blicken der Protagonisten widerspiegelt. Das "Schreiten" des einen zittert, was auf Nervosität oder Erregung hindeutet, während der Blick des anderen "in Schauen stirbt", was eine Art Erstarrung oder Überwältigung ausdrückt. Die Umgebung scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen, wobei der Wind "blasse Bänder" spielt, was eine zarte, aber auch fragile Stimmung erzeugt. Die Begegnung ist jedoch von kurzer Dauer, wie die abrupte Wendung und das "Fort!" verdeutlichen. Die Person wendet sich ab und verlässt die Szene, was auf eine unerfüllte oder schmerzhafte Begegnung hindeuten könnte. Die Zeit scheint in diesem Moment stillzustehen, während der Raum "umwirbt" wird, was eine Art zeitlose Intensität der Begegnung suggeriert. Die Sprache des Gedichts ist fragmentarisch und expressiv, was die emotionale Dichte und die flüchtige Natur des Moments unterstreicht. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl von Sehnsucht, Verlust und der Vergänglichkeit menschlicher Begegnungen. Die kurzen, prägnanten Zeilen und die ungewöhnliche Wortstellung verstärken die emotionale Wirkung und lassen den Leser die Intensität des Moments nachempfinden. August Stramm gelingt es, in wenigen Worten eine komplexe emotionale Landschaft zu zeichnen, die den Leser nachdenklich zurücklässt über die Natur von Wiedersehen und Abschied.

Schlüsselwörter

schreiten bebt schauen stirbt blick wind spielt blasse

Wortwolke

Wortwolke zu Wiedersehen

Stilmittel

Alliteration
Schreiten bebt
Ausruf
Den Raum umwirbt die Zeit!
Enjambement
Dein Schreiten bebt In Schauen stirbt der Blick
Metapher
Schauen stirbt der Blick
Personifikation
Der Wind spielt