Wie schändlich du gehandelt...

Heinrich Heine

1797

Wie schändlich du gehandelt, Ich hab es den Menschen verhehlet, Und bin hinausgefahren aufs Meer, Und hab es den Fischen erzählet.

Ich laß dir den guten Namen Nur auf dem festen Lande; Aber im ganzen Ozean Weiß man von deiner Schande.

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Interpretation

Das Gedicht "Wie schändlich du gehandelt..." von Heinrich Heine beschreibt die tiefe Enttäuschung und den Verrat, den der Sprecher durch eine Person erfahren hat. Der Sprecher verheimlicht die schändliche Tat zunächst vor den Menschen und sucht stattdessen das offene Meer auf, um den Fischen davon zu erzählen. Dies symbolisiert die Sehnsucht nach einem Ort, an dem die Schande offenbart werden kann, ohne dass die betroffene Person davon erfährt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Konsequenzen dieser Handlung. Der Sprecher lässt der Person den "guten Namen" nur auf dem festen Lande, was bedeutet, dass er die Schande in der Öffentlichkeit geheim hält. Doch im Ozean, einem Ort der Offenheit und Weite, ist die Schande bekannt. Dies verdeutlicht, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommt und dass der Versuch, sie zu verbergen, nur von begrenztem Erfolg ist. Das Gedicht thematisiert die menschliche Natur, die oft dazu neigt, Geheimnisse zu bewahren und Schande zu verbergen. Es zeigt aber auch, dass die Wahrheit letztendlich ans Licht kommt und dass der Versuch, sie zu verbergen, nur von begrenztem Erfolg ist. Die Verwendung des Meeres als Symbol für Offenheit und Weite unterstreicht die Idee, dass die Wahrheit irgendwann ans Licht kommen wird, egal wie sehr man versucht, sie zu verbergen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Kontrast
Nur auf dem festen Lande; Aber im ganzen Ozean
Metapher
Ich laß dir den guten Namen Nur auf dem festen Lande
Personifikation
Und hab es den Fischen erzählet