Wie mag´s einem glücken...
1896Wie mag´s einem glücken, Erfolge zu pflücken? Hier, unter der Blume, der Fahrplan zum Ruhme: Wenn dein erster Akt klar ist, wenn der zweite Akt wahr ist, wenn der dritte nicht krank ist, wenn der letzte nicht lang ist,- wenn die Reden voll Witz sind, wenn die Antworten spitz sind, wenn die Menschen voll Mark sind, wenn die Aktschlüsse stark sind, wenn die Sprache gewürzt ist, wenn der Knoten geschürzt ist, wenn die Handlung recht bunt ist, wenn die Lösung gesund ist, wenn das Spiel voller Glut ist, wenn die Hörer nicht wild sind, wenn die Kritiker mild sind, - wenn im kräft´gen Vereine du Freunde zur Hand hast und - vor allem das Eine - mehr Glück als Verstand hast: dann brauchst, um zu gelten, du eins nur am End´, doch das Eine ist selten… men nennt es Talent.
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Interpretation
Das Gedicht "Wie mag's einem glücken..." von Oscar Blumenthal ist eine humorvolle und satirische Betrachtung über die Schwierigkeiten, im Leben erfolgreich zu sein. Es wird eine scheinbar endlose Liste von Bedingungen aufgestellt, die erfüllt sein müssen, um Erfolg zu haben. Dabei werden verschiedene Aspekte des Lebens wie Arbeit, Beziehungen und gesellschaftliche Anerkennung angesprochen. Der Ton des Gedichts ist leicht und ironisch. Blumenthal verwendet Reime und einen rhythmischen Aufbau, um die humorvolle Natur des Gedichts zu unterstreichen. Die Wiederholung des Wortes "wenn" am Anfang jeder Zeile betont die Vielzahl der Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Am Ende des Gedichts wird jedoch deutlich, dass all diese Bedingungen letztendlich zweitrangig sind. Der Schlüssel zum Erfolg ist laut Blumenthal das "Talent". Dies könnte als ironische Aussage interpretiert werden, dass trotz aller Bemühungen und Bedingungen letztendlich das Talent den Ausschlag gibt. Es könnte aber auch als ernst gemeinte Botschaft verstanden werden, dass Talent unerlässlich ist, um im Leben erfolgreich zu sein.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Fahrplan zum Ruhm
- Anapher
- Wenn der zweite Akt wahr ist, wenn der dritte nicht krank ist, wenn der letzte nicht lang ist
- Hyperbel
- Wenn die Menschen voll Mark sind
- Kontrast
- Mehr Glück als Verstand
- Metapher
- Erfolge zu pflücken
- Personifikation
- Die Hörer nicht wild sind
- Reimschema
- AABB
- Rhetorische Frage
- Wie mag's einem glücken
- Wiederholung
- Wenn... wenn... wenn...