Widmung

Paula Dehmel

1918

Klänge wachsen auf den Wegen, Im Gebüsch, im jungen Grün: Alle meine Melodien Möchte ich mit leisem Segen Abends auf dein Kissen legen.

Wilde Blumen, seltne Früchte: Was der reife Sommer bringt, Möcht’ ich in dein Zimmer tragen; Sollst mir keine Antwort sagen. Still! - der Traum versinkt - verklingt.

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Illustration zu Widmung

Interpretation

Das Gedicht "Widmung" von Paula Dehmel handelt von einer tiefen Zuneigung und dem Wunsch, einem geliebten Menschen Freude und Schönheit zu schenken. Die lyrische Ich-Person möchte ihre Melodien, symbolisch für ihre kreativen und emotionalen Ausdrücke, sanft auf das Kissen des Empfängers legen. Dies deutet auf eine intime und fürsorgliche Beziehung hin, in der der Sprecher Trost und Nähe bieten möchte. Die Naturbilder von Klängen, Blumen und Früchten stehen für die Fülle und Vielfalt der Gefühle und Erfahrungen, die der Sprecher mit dem Empfänger teilen möchte. Der Sommer, als Jahreszeit der Reife und des Überflusses, symbolisiert die Tiefe und Intensität dieser Gefühle. Die Absicht, diese Gaben in das Zimmer des Geliebten zu tragen, zeigt den Wunsch, die Schönheit der Natur und der Emotionen in den persönlichen Raum des anderen zu bringen. Der letzte Vers, "Still! - der Traum versinkt - verklingt," deutet auf die Vergänglichkeit dieser Momente und Gefühle hin. Es könnte eine bittersüße Anerkennung sein, dass solche zarten und intimen Momente flüchtig sind und letztendlich verhallen. Die Stille am Ende könnte sowohl eine Aufforderung zur Ruhe als auch eine Resignation gegenüber der Unvermeidlichkeit des Vergehens sein.

Schlüsselwörter

klänge wachsen wegen gebüsch jungen grün alle melodien

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Möcht' ich in dein Zimmer tragen; Sollst mir keine Antwort sagen
Ausruf
Still! - der Traum versinkt - verklingt
Bildlichkeit
Was der reife Sommer bringt
Metapher
Alle meine Melodien Möchte ich mit leisem Segen auf dein Kissen legen
Personifikation
Klänge wachsen auf den Wegen
Symbolik
Wilde Blumen, seltne Früchte