Widmung des »Prinz Friedrich von Homburg«
1811Gen Himmel schauend greift, im Volksgedränge, Der Barde fromm in seine Saiten ein. Jetzt trösten, jetzt verletzen seine Klänge, Und solcher Antwort kann er sich nicht freun. Doch eine denkt er in dem Kreis der Menge, Der die Gefühle seiner Brust sich weihn: Sie hält den Preis in Händen, der ihm falle, Und krönt ihn die, so krönen sie ihn alle.
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Interpretation
Das Gedicht "Widmung des 'Prinz Friedrich von Homburg'" von Heinrich von Kleist handelt von einem Dichter, der inmitten einer Menge zu seinem Instrument greift, um seine Musik zu spielen. Die Klänge seiner Saiten können sowohl trösten als auch verletzen, und er erhält gemischte Reaktionen von seinem Publikum. Dennoch denkt der Dichter an eine bestimmte Person in der Menge, die seine Gefühle teilt und die er als seine Muse betrachtet. In diesem Gedicht wird die Rolle des Dichters als Vermittler zwischen Himmel und Erde betont. Der Dichter schaut zum Himmel auf, während er in die Saiten greift, was darauf hindeutet, dass er Inspiration von einer höheren Macht empfängt. Die Musik, die er spielt, hat die Fähigkeit, die Menschen zu trösten oder zu verletzen, was die Macht der Kunst und der Worte verdeutlicht. Die Person, an die der Dichter denkt, ist von besonderer Bedeutung. Sie hält den Preis in ihren Händen, der dem Dichter zufallen würde, und krönt ihn. Dies deutet darauf hin, dass diese Person den Dichter anerkennt und wertschätzt. Die Tatsache, dass sie ihn krönt, impliziert, dass sie ihn als würdig erachtet und ihm Ehre erweist. Durch diese Anerkennung fühlt sich der Dichter von allen anderen anerkannt und geehrt. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass die Anerkennung und Wertschätzung einer einzigen Person ausreicht, um den Dichter zu krönen und ihm das Gefühl zu geben, von allen geehrt zu werden. Es betont die Bedeutung der persönlichen Verbindung und des gegenseitigen Verständnisses zwischen dem Dichter und seiner Muse.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Und krönt ihn die, so krönen sie ihn alle.
- Metapher
- Gen Himmel schauend greift, im Volksgedränge, Der Barde fromm in seine Saiten ein.
- Personifikation
- Jetzt trösten, jetzt verletzen seine Klänge