Widerruf des Vorigen
1753Ich möchte so ein Gut nicht haben. Denn sollt′ ich auch die sechste drauf begraben: Könnt′ ich doch leicht – nicht wahr, Pompil? – Sechs gute Tage nur erlebet haben.
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Interpretation
Das Gedicht "Widerruf des Vorigen" von Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit des Lebens und der Bedeutung von Qualität gegenüber Quantität. Der Sprecher äußert den Wunsch, nicht über ein Gut zu verfügen, das mit der sechsten Person begraben werden soll, da er selbst nur sechs gute Tage erlebt haben möchte. Dies impliziert eine Vorliebe für eine kurze, aber erfüllte Existenz gegenüber einer langen, möglicherweise belastenden Lebensspanne. Der Titel "Widerruf des Vorigen" deutet darauf hin, dass dieses Gedicht eine Reaktion auf ein vorheriges Werk oder eine vorherige Aussage ist. Es könnte als eine Art Rücknahme oder Korrektur einer früheren Position interpretiert werden, in der der Sprecher möglicherweise die Vorteile eines langen Lebens betont hat. Nun scheint er seine Meinung geändert zu haben und legt Wert auf die Qualität des Lebens statt auf dessen Dauer. Die Erwähnung von "Pompil" am Ende der ersten Strophe könnte auf eine Person oder eine fiktive Figur hinweisen, mit der der Sprecher sich austauscht oder die er um Bestätigung bittet. Dies verleiht dem Gedicht eine persönliche Note und deutet auf eine Diskussion oder einen inneren Monolog hin. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Reflexion über die Natur des Lebens und die Frage, was wirklich zählt: die Länge oder die Intensität der Erfahrungen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Denn sollt′ ich auch die sechste drauf begraben
- Ironie
- Ich möchte so ein Gut nicht haben.
- Kontrast
- Sechs gute Tage nur erlebet haben
- Rhetorische Frage
- Könnt′ ich doch leicht – nicht wahr, Pompil? –