Westermühlen

Theodor Storm

1851

Die Heimat hier und hier dein erster Traum! Das Mühlrad rauscht, so lustig stäubt der Schaum. Und unten blinkt der Bach in tiefem Schweigen. Ein Spiegelrund, drin blau der Himmel ruht. Vom Ufer rings mit ihren dunkeln Zweigen Taucht sich die Erle in die klare Flut. Horch, Peitschenknall und muntrer PFerdetrab! Die Räder knirschen durch den feuchten Sand. Halt an, halt an! Nun sachte den Berg hinab Und durch den Bach zum anderen Uferrand. Dann wieder aufwärts links den Weg entlang Hinauf zur Mühle mit des Kornes Last, Wo von der Eiche unermüdlich klang Der Stare fröhlich Plaudern hoch vom Ast. Zehn Schritte noch, da steht im Schattengrunde Der Linden halbversteckt das Müllershaus; Der Müller mit der Tabakspfeif im Munde lehnt in der Tür und schaut behaglich aus.

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Illustration zu Westermühlen

Interpretation

Das Gedicht "Westermühlen" von Theodor Storm beschreibt eine idyllische Heimatlandschaft, die von Natur und menschlicher Aktivität geprägt ist. Die Mühle mit ihrem rauschenden Rad und dem sprühenden Schaum ist das zentrale Element, das die Szenerie belebt. Der Bach, der in tiefem Schweigen glitzert, bildet einen ruhigen Kontrast zu den Geräuschen der Mühle. Die Erlen tauchen ihre dunklen Zweige in die klare Flut, was eine harmonische Verbindung zwischen Wasser und Vegetation schafft. Die Geräusche von Peitschenknall und munterem Pferdetrab bringen Bewegung in die Szene. Die Räder knirschen durch den feuchten Sand, während die Pferde den Berg hinab und durch den Bach zum anderen Ufer gelenkt werden. Anschließend führt der Weg wieder aufwärts zur Mühle, wo das Korn seine Last abgibt. Der Stare, der unermüdlich von der Eiche aus plaudert, verleiht der Landschaft eine lebendige Note. Im Schattengrund, nur zehn Schritte entfernt, steht halb versteckt unter den Linden das Müllershaus. Der Müller, der eine Tabakspfeife im Mund hat, lehnt in der Tür und blickt behaglich hinaus. Diese Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Zufriedenheit, das den Abschluss des Gedichts bildet. Die gesamte Darstellung zeichnet ein Bild von ländlicher Idylle, in der Natur und Mensch in harmonischem Einklang leben.

Schlüsselwörter

bach halt heimat erster traum mühlrad rauscht lustig

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Stilmittel

Alliteration
Das Mühlrad rauscht, so lustig stäubt der Schaum
Bildsprache
Taucht sich die Erle in die klare Flut
Kontrast
Und unten blinkt der Bach in tiefem Schweigen
Metapher
Ein Spiegelrund, drin blau der Himmel ruht
Onomatopoesie
Horch, Peitschenknall und muntrer PFerdetrab
Personifikation
Die Heimat hier und hier dein erster Traum
Symbolik
Wo von der Eiche unermüdlich klang Der Stare fröhlich Plaudern hoch vom Ast