Wer sich der Einsamkeit ergibt
1749“Wer sich der Einsamkeit ergibt, Ach der ist bald allein; Ein jeder lebt, ein jeder liebt Und läßt ihn seiner Pein.”
Wer sich dem Weltgewühl ergibt, Der ist zwar nie allein. Doch was er lebt und was er liebt, Es wird wohl nimmer sein.
Nur wer der Muse hin sich gibt, Der weilet gern allein, Er ahnt, daß sie ihn wieder liebt, Von ihm geliebt will sein.
Sie kränzt den Becher und Altar, Vergöttlicht Lust und Pein. Was sie ihm gibt, es ist so wahr, Gewährt ein ewig Sein.
Es blühet hell in seiner Brust Der Lebensflamme Schein. Im Himmlischen ist ihm bewußt Das reine irdsche Sein.
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Interpretation
Das Gedicht "Wer sich der Einsamkeit ergibt" von Bettina von Arnim thematisiert die verschiedenen Lebensweisen und deren Konsequenzen. Die erste Strophe beschreibt die Einsamkeit als einen Zustand, der durch die Hingabe an die Abgeschiedenheit entsteht und zu weiterer Isolation führt. Die zweite Strophe kontrastiert dies mit der Hingabe an das Weltgeschehen, das zwar Einsamkeit vermeidet, aber auch keine Beständigkeit in Liebe und Leben bietet. Die dritte Strophe stellt die Muse als eine Quelle der Inspiration und des Trostes dar, die den Einsamen begleitet und ihm das Gefühl gibt, geliebt und begehrt zu werden. Die vierte und fünfte Strophe vertiefen die Beziehung zur Muse, indem sie sie als göttliche Kraft darstellen, die sowohl Freude als auch Schmerz veredelt und dem Menschen ein Gefühl von Ewigkeit vermittelt. Die Muse wird als eine Kraft beschrieben, die den Becher des Lebens und den Altar der Anbetung krönt und somit das Irdische mit dem Göttlichen verbindet. Die letzte Strophe schließlich beschreibt die Wirkung der Muse auf die menschliche Seele: Sie entfacht die Flamme des Lebens in der Brust des Menschen und ermöglicht es ihm, das Himmlische zu erkennen und gleichzeitig das Reine des Irdischen zu verstehen. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass die Muse dem Menschen ein tieferes Bewusstsein für das Leben und seine Dualität vermittelt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wer sich der Einsamkeit ergibt, Wer sich dem Weltgewühl ergibt, Nur wer der Muse hin sich gibt
- Hyperbel
- Gewährt ein ewig Sein
- Kontrast
- Wer sich der Einsamkeit ergibt, Ach der ist bald allein; Ein jeder lebt, ein jeder liebt Und läßt ihn seiner Pein
- Metapher
- Lebensflamme Schein
- Personifikation
- Sie kränzt den Becher und Altar, Vergöttlicht Lust und Pein