Wer nie sein Brot mit Tränen aß
1795Aus Wilhelm Meister
Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß, Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!
Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr laßt den Armen schuldig werden, Dann überlaßt ihr ihn der Pein: Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.
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Interpretation
Das Gedicht "Wer nie sein Brot mit Tränen aß" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Erfahrung von Leid und Schmerz im Leben. Es betont, dass nur diejenigen, die tiefe emotionale Erfahrungen gemacht haben, die "himmlischen Mächte" verstehen können. Das Gedicht deutet an, dass das Leben voller Herausforderungen und Schuldgefühle ist, und dass diese Erfahrungen notwendig sind, um wahre Weisheit und Verständnis zu erlangen. Der erste Vers, "Wer nie sein Brot mit Tränen aß," symbolisiert die tiefen emotionalen Erfahrungen, die das Leben prägen. Das "Brot" steht hier für das Leben selbst, und die "Tränen" für die Schmerzen und Leiden, die man durchlebt. Der zweite Vers, "Wer nie die kummervollen Nächte," beschreibt die langen, schlaflosen Nächte, in denen man von Sorgen und Kummer geplagt wird. Diese Erfahrungen sind notwendig, um die "himmlischen Mächte" zu verstehen, die als Metapher für das Schicksal oder die göttliche Ordnung dienen. Der zweite Teil des Gedichts beschreibt, wie das Leben Menschen in die Welt führt und sie oft in Situationen bringt, in denen sie sich schuldig fühlen. Die "himmlischen Mächte" werden als diejenigen dargestellt, die diese Erfahrungen ermöglichen, um die Menschen zu prüfen und zu formen. Die letzte Zeile, "Denn alle Schuld rächt sich auf Erden," deutet darauf hin, dass das Leben ein Ort der Vergeltung und des Ausgleichs ist, wo man für seine Taten und Fehler zur Rechenschaft gezogen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wer nie sein Brot mit Tränen aß, Wer nie die kummervollen Nächte Auf seinem Bette weinend saß
- Chiasmus
- Ihr führt ins Leben uns hinein, Ihr laßt den Armen schuldig werden
- Metapher
- sein Brot mit Tränen aß
- Personifikation
- ihr himmlischen Mächte