Wer machte dich so krank?

Justinus Kerner

1840

Dass du so krank geworden, Wer hat es denn gemacht? Kein kühler Hauch aus Norden Und keine Sternennacht.

Kein Schatten unter Bäumen, Nicht Glut des Sonnenstrahls, Kein Schlummer und kein Träumen Im Blütenbett des Tals.

Kein Trunk vom Felsensteine, Kein Wein aus vollem Glas, Der Baumesfrüchte keine, Nicht Blume und nicht Gras.

Dass ich trag Todeswunden, Das ist der Menschen Tun; Natur ließ mich gesunden, Sie lassen mich nicht ruhn.

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Interpretation

Das Gedicht "Wer machte dich so krank?" von Justinus Kerner thematisiert die Ursachen einer Krankheit und deren Urheber. In den ersten beiden Strophen werden verschiedene natürliche Faktoren ausgeschlossen, die eine Krankheit verursachen könnten, wie kalter Wind, Sternennächte, Schatten unter Bäumen, Sonnenstrahlen, Schlummer und Träume im Tal. Die dritte Strophe erweitert diese Aufzählung um weitere natürliche Elemente wie Trinkwasser, Wein, Früchte, Blumen und Gras. In der vierten Strophe wird die eigentliche Ursache der Krankheit enthüllt: Es sind die Menschen, die den Sprecher mit "Todeswunden" geschlagen haben. Die Natur hätte den Sprecher heilen können, aber die Menschen lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Das Gedicht drückt somit eine Kritik an der menschlichen Gesellschaft aus, die den Sprecher krank gemacht hat und ihm keine Möglichkeit zur Genesung lässt.

Schlüsselwörter

kein keine krank gemacht kühler hauch norden sternennacht

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Stilmittel

Anapher
Kein kühler Hauch aus Norden / Und keine Sternennacht. / Kein Schatten unter Bäumen, / Nicht Glut des Sonnenstrahls, / Kein Schlummer und kein Träumen / Im Blütenbett des Tals.
Kontrast
Natur ließ mich gesunden, / Sie lassen mich nicht ruhn.
Parallelismus
Kein Trunk vom Felsensteine, / Kein Wein aus vollem Glas, / Der Baumesfrüchte keine, / Nicht Blume und nicht Gras.
Personifikation
Natur ließ mich gesunden, / Sie lassen mich nicht ruhn.