Wenn′s Pfingsten regnet

Paula Dehmel

1862

Oben aus dem Fahnenhaus Guckt das schwarze Wettermännchen raus, Spreizt die Beine und grinst uns an; Schäme dich, alter Wettermann! Am Ostersonntag, vor sieben Wochen, Hast du dem Fritze fest versprochen, Daß zu Pfingsten, im Monat Mai, Das allerschönste Wetter sei. Und nun regnets, liebe Not, Alle hellen Blüten tot, Sie liegen da wie nasser Schnee, Auf den Wegen steht See an See; Ja, wenn wir schon drinnen baden könnten, Wie die Spatzen oder die Enten! Wir dürfen aber garnicht raus, Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus; Röch nicht der Kuchen so lecker her, Wüßt man gar nicht, daß Feiertag wär. Nicht mal die Pfingstkleider kriegt man an; Schäme dich, schwarzer Wettermann!

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Interpretation

Das Gedicht "Wenn's Pfingsten regnet" von Paula Dehmel beschreibt die Enttäuschung eines Kindes über das schlechte Wetter an Pfingsten. Das Gedicht beginnt mit einer Personifikation des Wetters, das als "schwarzes Wettermännchen" dargestellt wird, das aus dem Fahnenhaus lugt und grinst. Der Erzähler wirft dem Wettermann vor, dass er Ostersonntag versprochen habe, dass das Pfingstwetter schön sein werde. Die zweite Strophe beschreibt die Auswirkungen des schlechten Wetters. Die Blumen sind durch den Regen zerstört und liegen wie nasser Schnee auf den Wegen. Die Kinder können nicht nach draußen gehen und müssen drinnen bleiben, ähnlich wie Maulwürfe. Der einzige Hinweis auf den Feiertag ist der Geruch von Kuchen, der aus der Küche kommt. Das Gedicht endet mit der Enttäuschung der Kinder, dass sie ihre neuen Pfingstkleider nicht anziehen können. Der Erzähler wirft dem Wettermann erneut vor, sich zu schämen. Das Gedicht vermittelt die kindliche Perspektive auf das Wetter und die damit verbundenen Emotionen. Es zeigt auch die Bedeutung von Feiertagen und Traditionen für Kinder.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Schäme dich, alter Wettermann! / Schäme dich, schwarzer Wettermann!
Appell
Schäme dich, alter Wettermann! / Schäme dich, schwarzer Wettermann!
Hyperbel
Alle hellen Blüten tot
Kontrast
Am Ostersonntag, vor sieben Wochen, / Hast du dem Fritze fest versprochen, / Daß zu Pfingsten, im Monat Mai, / Das allerschönste Wetter sei. / Und nun regnets, liebe Not
Metapher
Sie liegen da wie nasser Schnee
Personifikation
Oben aus dem Fahnenhaus / Guckt das schwarze Wettermännchen raus
Vergleich
Sehn so mucksch wie Maulwürfe aus