Wenn ich heut nicht deinen leib berühre
1868Wenn ich heut nicht deinen leib berühre Wird der faden meiner Seele reissen Wie zu sehr gespannte sehne. Liebe zeichen seien trauerflöre Mir der leidet seit ich dir gehöre. Richte ob mir solche qual gebühre Kühlung sprenge mir dem fieberheissen Der ich wankend draussen lehne.
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Interpretation
Das Gedicht "Wenn ich heut nicht deinen leib berühre" von Stefan George thematisiert die tiefe seelische Abhängigkeit des lyrischen Ichs von der geliebten Person. Die Berührung des Körpers der Geliebten wird als lebensnotwendig dargestellt, ohne die das Seelenband reißen und das Ich zugrunde gehen würde. Die Metapher der übermäßig gespannten Sehne verdeutlicht die angespannte, brüchige Situation. Die Liebe der Geliebten wird als einzige Rettung vor dem seelischen Leid des lyrischen Ichs dargestellt. Die "Liebe zeichen" als Trauerflor für den leidenden Sprecher unterstreichen die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Situation. Das Ich bittet die Geliebte um eine Abkühlung des fiebrigen Zustands und fleht darum, aus der ausweglosen Lage erlöst zu werden. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein tiefes Gefühl der Abhängigkeit, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Das lyrische Ich befindet sich in einer ausweglosen Situation, in der nur noch die Liebe der Geliebten als Rettung erscheint. Die Sprache ist von starken emotionalen Bildern und Metaphern geprägt, die die seelische Zerrissenheit und die körperlichen Auswirkungen des seelischen Leids verdeutlichen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mir der leidet seit ich dir gehöre
- Bild
- der ich wankend draussen lehne
- Metapher
- Kühlung sprenge mir dem fieberheissen
- Personifikation
- Liebe zeichen seien trauerflöre
- Vergleich
- Wie zu sehr gespannte sehne