Wenn ich ein Vöglein wär

Unbekannt

unknown

Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt, flög ich zu dir. Weils aber nicht kann sein, bleib ich allhier.

Bin ich gleich weit von dir, bin ich doch im Traum bei dir und red mit dir; wenn ich erwachen tu, bin ich allein.

Es vergeht kein’ Stund in der Nacht, da nicht mein Herz erwacht und an dich denkt, daß du mir viel tausendmal, dein Herz geschenkt.

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Illustration zu Wenn ich ein Vöglein wär

Interpretation

Das Gedicht "Wenn ich ein Vöglein wär" von Unbekannt thematisiert Sehnsucht und die Unmöglichkeit, physisch bei der geliebten Person zu sein. Der Sprecher imaginiert sich als Vogel mit Flügeln, der frei zu seinem Liebsten fliegen könnte, doch die Realität zwingt ihn, an Ort und Stelle zu bleiben. Trotz der räumlichen Distanz findet er Trost in Träumen, in denen er sich mit der geliebten Person unterhalten kann. Doch beim Erwachen wird er von der Einsamkeit eingeholt, was die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit verdeutlicht. Die Nacht wird als Zeit der inneren Unruhe und ständigen Gedanken an die Ferne beschrieben. Keine Stunde vergeht, ohne dass das Herz des Sprechers erwacht und an die geliebte Person denkt. Diese ununterbrochene Beschäftigung mit dem Anderen unterstreicht die Intensität der Gefühle und die tiefe Verbundenheit, die trotz der Trennung besteht. Die Wiederholung des Gedankens an die geliebte Person verdeutlicht die Unentrinnbarkeit dieser emotionalen Bindung. Im letzten Vers offenbart der Sprecher, dass die geliebte Person ihm bereits unzählige Male ihr Herz geschenkt hat. Dies impliziert eine tiefe, gegenseitige Liebe, die auch die physische Trennung überdauert. Das Gedicht vermittelt eine bittersüße Stimmung: Die Sehnsucht ist schmerzhaft, doch die Gewissheit der erwiderten Liebe spendet Trost und Hoffnung. Es ist ein Zeugnis der Kraft der Liebe, die physische Grenzen überwindet und in Träumen und Gedanken weiterlebt.

Schlüsselwörter

herz vöglein wär zwei flügel hätt flög weils

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Stilmittel

Anapher
Bin ich gleich weit von dir, bin ich doch im Traum bei dir
Bedingung
Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt, flög ich zu dir
Hyperbel
daß du mir viel tausendmal, dein Herz geschenkt
Kontrast
Wenn ich erwachen tu, bin ich allein
Metapher
Wenn ich ein Vöglein wär
Personifikation
da nicht mein Herz erwacht
Wiederholung
und an dich denkt