Wenn ich an deinem Hause
1827Wenn ich an deinem Hause Des Morgens vorübergeh, So freut’s mich, du liebe Kleine, Wenn ich dich am Fenster seh.
Mit deinen schwarzbraunen Augen Siehst du mich forschend an: “Wer bist du, und was fehlt dir, Du fremder, kranker Mann?”
“Ich bin ein deutscher Dichter, Bekannt im deutschen Land; Nennt man die besten Namen, So wird auch der meine genannt.
Und was mir fehlt, du Kleine, Fehlt manchem im deutschen Land; Nennt man die schlimmsten Schmerzen, So wird auch der meine genannt.”
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Interpretation
Das Gedicht "Wenn ich an deinem Hause" von Heinrich Heine handelt von einem kranken Dichter, der an dem Haus eines Mädchens vorbeigeht und von ihr am Fenster beobachtet wird. Das Mädchen fragt den Dichter, wer er ist und was ihm fehlt. Der Dichter antwortet, dass er ein bekannter deutscher Dichter ist, aber auch unter schweren Schmerzen leidet, die vielen im deutschen Lande widerfahren. Das Gedicht ist in drei Strophen unterteilt, die jeweils vier Zeilen haben. Die erste Strophe beschreibt die Situation, in der sich der Dichter befindet: Er geht an dem Haus des Mädchens vorbei und freut sich, wenn er sie am Fenster sieht. Die zweite Strophe schildert die Reaktion des Mädchens, das den Dichter neugierig und besorgt anschaut und ihn fragt, wer er ist und was ihm fehlt. Die dritte Strophe enthält die Antwort des Dichters, der sich als berühmter, aber leidender Dichter vorstellt. Das Gedicht ist in einem einfachen und klaren Stil geschrieben, der den Inhalt leicht verständlich macht. Die Reime sind durchgehend und folgen dem Schema AABB. Die Sprache ist bildhaft und emotional, vor allem wenn es um die Augen des Mädchens und die Schmerzen des Dichters geht. Das Gedicht hat einen ironischen Unterton, da der Dichter seine Bekanntheit und seine Leiden gleichzeitig erwähnt und damit eine gewisse Ambivalenz ausdrückt. Das Gedicht kann als eine Art Selbstporträt des Dichters verstanden werden, der sich als eine Art Märtyrer der deutschen Dichtung darstellt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Nennt man die besten Namen... Nennt man die schlimmsten Schmerzen
- Hyperbel
- Bekannt im deutschen Land
- Metapher
- Du fremder, kranker Mann
- Personifikation
- Des Morgens vorübergeh
- Rhetorische Frage
- Wer bist du, und was fehlt dir