Wenn aus dem Himmel
1806Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich Herabgießt, eine Freude den Menschen kommt, Dass sie sich wundern über manches Sichtbares, Höheres, Angenehmes:
Wie tönet lieblich heilger Gesang dazu! Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an, Dass Freudigkeit an einem Bildnis - Über dem Stege beginnen Schafe
Den Zug, der fast in dämmernde Wälder geht. Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün Bedeckt sind, sind wie jene Heide, Welche gewöhnlicher Weise nah ist
Dem dunkeln Walde. Da, auf den Wiesen auch Verweilen diese Schafe. Die Gipfel, die Umher sind, nackte Höhen sind mit Eichen bedecket und seltnen Tannen.
Da, wo des Stromes regsame Wellen sind, Dass einer, der vorüber des Weges kommt, Froh hinschaut, da erhebt der Berge Sanfte Gestalt und der Weinberg hoch sich.
Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch Herunter, wo der Obstbaum blühend darüber steht Und Duft an wilden Hecken weilet, Wo die verborgenen Veilchen sprossen;
Gewässer aber rieseln herab, und sanft Ist hörbar dort ein Rauschen den ganzen Tag; Die Orte aber in der Gegend Ruhen und schweigen den Nachmittag durch.
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Interpretation
Das Gedicht "Wenn aus dem Himmel" von Friedrich Hölderlin beschreibt eine idyllische Landschaft, die durch eine himmlische Freude erhellt wird. Der Dichter schildert eine harmonische Szenerie, in der Natur und Mensch in Einklang miteinander stehen. Die Bilder sind geprägt von einer tiefen Ruhe und Schönheit, die durch den Gesang und die Lieder noch verstärkt wird. Die Landschaft wird durch verschiedene Elemente lebendig: Schafe ziehen durch die Wiesen, die von grünem Gras bedeckt sind und an Heide erinnern. Die Berge sind sanft geformt und bewaldet mit Eichen und Tannen, während Reben an den Hängen wachsen. Obstbäume blühen, und der Duft von wilden Hecken und Veilchen erfüllt die Luft. Gewässer rieseln leise, und ein sanftes Rauschen begleitet den Tag. Der Nachmittag bringt eine tiefe Stille über die Orte, die ruhen und schweigen. Diese Ruhe und Schönheit der Natur spiegeln die himmlische Freude wider, die auf die Menschen herabkommt. Hölderlin schafft ein Bild einer vollkommenen Harmonie zwischen Mensch und Natur, in der die Freude des Himmels in der irdischen Welt Gestalt annimmt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Da, auf den Wiesen auch
- Bildsprache
- Wie lacht das Herz in Liedern die Wahrheit an
- Enjambement
- Da, wo des Stromes regsame Wellen sind, / Dass einer, der vorüber des Weges kommt
- Kontrast
- Zwar gehn die Treppen unter den Reben hoch / Herunter
- Metapher
- Wenn aus dem Himmel hellere Wonne sich / Herabgießt
- Personifikation
- Die Orte aber in der Gegend / Ruhen und schweigen den Nachmittag durch
- Symbolik
- Veilchen
- Vergleich
- Die Wiesen aber, welche mit lautrem Grün / Bedeckt sind, sind wie jene Heide