Weltschwellendes Lied
1916Über grüßende Klüfte und Büsche zieht Und junge Vögel wiegende Wipfel Zwei gelbe Falter… Ein Haschen, ein Fühlen, Vorüber… Das währt, das währt.
Seliger Flug, Hier in den Himmel Die beiden es trug: Mit vier Blättern Zwei Blumen.
Was so schwer in der Erde, So ganz schwer - Aller Frühling schweigt Und singt sein leuchtend schwellendes Reifen. Allmenschen.
Braunes Mühen, Perlen des Fleißes, Rosen auf greifenden Knäufen. Bilder rohrleichter Hütten. Hurtige Schultern des plaudernd Kindlich treibenden Wichtes Tragen über das Tal zu anderem Hofe Ziegen und Frucht - Grüne Weiten. Ziegenerstiegene.
Schmerzen wühlen Schmerzen, seliges Sichlegen ins Grab - In Erde all: Schwanken der Seele zur Höhe -
Die Lüfte sind müde Schwer vom Fremden, Vögel darin, Schwarze Vögel mit harten, bohrenden Seelen Dunkelrunden Augen, Blankem bereitem Schnabel. Schwarzer Scharen fliegendes Fragen, Zusammenrufen Dunkelbeutefroher Ruf.
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Weltschwellendes Lied" von Peter Hille erzählt von der flüchtigen Schönheit und dem ewigen Kreislauf des Lebens. Es beginnt mit einem zarten Bild von zwei gelben Faltern, die durch die Natur ziehen und einander jagen. Diese Szene symbolisiert die Vergänglichkeit und die gleichzeitige Beständigkeit des Lebens. Der Flug der Falter wird als "seliger Flug" beschrieben, der sie in den Himmel trägt und sie zu "zwei Blumen" macht. Dies deutet auf die Verwandlung und die Schönheit des Lebens hin, die trotz ihrer Kürze von großer Bedeutung ist. Im zweiten Teil des Gedichts wird die harte Arbeit und das Mühen der Menschen dargestellt. Die "braunen Mühen" und die "Perlen des Fleißes" symbolisieren die Anstrengungen und den Einsatz, die notwendig sind, um das Leben zu gestalten und zu erhalten. Die Bilder von "rohrlichter Hütten" und "hurtigen Schultern" des "kindlich treibenden Wichtes" vermitteln eine ländliche, arbeitsame Gemeinschaft, die durch Zusammenarbeit und Fleiß überlebt. Die "grünen Weiten" und die "ziegenerstiegene" Landschaft unterstreichen die Verbundenheit der Menschen mit der Natur und ihrer Umgebung. Im letzten Teil des Gedichts werden die Themen Schmerz und Tod angesprochen. Die "Schmerzen wühlen" und das "selige Sichlegen ins Grab" deuten auf die Unausweichlichkeit des Todes hin, aber auch auf die Hoffnung und die spirituelle Erhebung, die damit verbunden sein können. Die "schwankende Seele zur Höhe" symbolisiert die Suche nach Sinn und Transzendenz. Die abschließende Beschreibung der "schwarzen Vögel mit harten, bohrenden Seelen" und ihres "dunkelbeutefrohen Rufs" könnte als Metapher für die dunklen, unergründlichen Aspekte des Lebens und des Todes verstanden werden, die dennoch Teil des großen Ganzen sind.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Braunes Mühen, Perlen des Fleißes
- Bildlichkeit
- Bilder rohrleichter Hütten
- Hyperbel
- Was so schwer in der Erde, so ganz schwer
- Metapher
- Schwarzer Scharen fliegendes Fragen
- Personifikation
- Zusammenrufen dunkelbeutefroher Ruf
- Symbolik
- Dunkelrunden Augen, blankem bereitem Schnabel