Weltschmerz

Else Lasker-Schüler

1901

Ich, der brennende Wüstenwind, erkaltete und nahm Gestalt an.

Wo ist die Sonne, die mich auflösen kann, oder der Blitz, der mich zerschmettern kann!

Blick’ nun: ein steinernes Sphinxhaupt, zürnend zu allen Himmeln auf.

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Illustration zu Weltschmerz

Interpretation

Das Gedicht "Weltschmerz" von Else Lasker-Schüler beschreibt das Gefühl der inneren Leere und des Schmerzes, das durch die Unfähigkeit entsteht, sich selbst oder die Welt zu verändern. Der Sprecher vergleicht sich mit einem brennenden Wüstenwind, der erkaltet und Gestalt annimmt, was auf eine Erstarrung oder Erstarrung der Seele hindeutet. Die Frage nach der Sonne oder dem Blitz, die den Sprecher auflösen oder zerschmettern können, verdeutlicht die Sehnsucht nach einem radikalen Wandel oder einer Erlösung von diesem Zustand. Die Sonne und der Blitz stehen hier symbolisch für eine Kraft, die den Sprecher aus seiner Erstarrung befreien oder zerstören könnte. Der letzte Vers, in dem der Sprecher sich als steinernes Sphinxhaupt beschreibt, das zürnend zu den Himmeln aufblickt, verdeutlicht die Resignation und den Zorn, der aus dieser inneren Erstarrung resultiert. Die Sphinx, ein Symbol für Rätselhaftigkeit und Unergründlichkeit, unterstreicht die tiefe Verzweiflung und die Unfähigkeit, einen Ausweg aus diesem Zustand zu finden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
ein steinernes Sphinxhaupt
Personifikation
zürnend zu allen Himmeln auf