Weltende

Jakob van Hoddis

1911

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, In allen Lüften hallt es wie Geschrei. Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

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Illustration zu Weltende

Interpretation

Das Gedicht "Weltende" von Jakob van Hoddis beschreibt eine apokalyptische Szene, in der die natürliche Ordnung zusammenbricht. Die Welt gerät aus den Fugen, symbolisiert durch den Bürger, der seinen Hut verliert, und das hallende Geschrei in der Luft. Diese chaotische Atmosphäre wird durch die stürzenden Dachdecker und die steigende Flut an den Küsten verstärkt. Der zweite Teil des Gedichts intensiviert das Chaos. Der Sturm tobt, und die wilden Meere springen an Land, um die Dämme zu zerstören. Die Mehrheit der Menschen leidet unter Schnupfen, was auf eine allgemeine Schwäche und Verletzlichkeit hindeutet. Die Eisenbahnen, ein Symbol für Fortschritt und Zivilisation, stürzen von den Brücken, was den Zusammenbruch der modernen Gesellschaft symbolisiert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine düstere und bedrohliche Stimmung, in der die natürliche und die menschliche Welt in einem katastrophalen Ereignis zusammenbrechen. Die Bildsprache ist eindringlich und verstörend, und sie lässt den Leser die Fragilität der menschlichen Existenz und die Macht der Natur spüren.

Schlüsselwörter

bürger fliegt spitzen kopf hut allen lüften hallt

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Stilmittel

Bildsprache
In allen Lüften hallt es wie Geschrei
Ironie
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen
Metapher
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut
Personifikation
die wilden Meere hupfen