Wein und Liebe

Ernst von Feuchtersleben

1836

Ein Gläschen Wein ist gar so gut; Und wie′s dem Herzen wonnig thut! Durch den charmanten Rosenflor Kommt Einem alles rosig vor.

Dazu ein Pfeifchen, das gut brennt; Das wäre so dein Element! Warum denn nicht? Es schäme sich Der Gleißner deß, und gräme sich!

Doch hat das alles keinen Sinn, Wenn ich allein am Tischchen bin; Ich bin nur ich; ich brauch′ als du Ein liebes Kind doch auch dazu;

Ein herzig′s, das mit trinkt und lacht, Und mir geheime Zeichen macht; Allein hat′s Trinken kein Gewicht; Wozu denn das? Das mag ich nicht!

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Illustration zu Wein und Liebe

Interpretation

Das Gedicht "Wein und Liebe" von Ernst von Feuchtersleben handelt von der Freude, die ein Glas Wein bereiten kann. Der Dichter beschreibt, wie der Wein das Herz erfreut und alles durch seinen charmanten Duft rosig erscheinen lässt. Dazu kommt die Freude am Rauchen einer Pfeife, die perfekt zu diesem Moment passt. Der Dichter betont, dass diese Genüsse am besten in Gesellschaft genossen werden, da sie allein wenig Bedeutung haben. Der zweite Teil des Gedichts reflektiert die Einsamkeit des Dichters am Tisch. Er stellt fest, dass Wein und Pfeife ohne einen geliebten Menschen an seiner Seite keinen wirklichen Sinn ergeben. Der Dichter sehnt sich nach einem lieben Kind, das mit ihm trinkt, lacht und ihm geheime Zeichen macht. Ohne diese Gesellschaft ist das Trinken für ihn bedeutungslos und nicht erstrebenswert. Insgesamt vermittelt das Gedicht die Idee, dass Genussmomente wie Wein und Pfeife nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie in liebevoller Gesellschaft erlebt werden. Die Einsamkeit mindert den Wert dieser Freuden, und der Dichter sehnt sich nach der Anwesenheit eines geliebten Menschen, um die Momente vollständig zu genießen.

Schlüsselwörter

gut dazu allein gläschen wein gar herzen wonnig

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Stilmittel

Alliteration
Doch hat das alles keinen Sinn
Bildsprache
Dazu ein Pfeifchen, das gut brennt; Das wäre so dein Element!
Kontrast
Doch hat das alles keinen Sinn, Wenn ich allein am Tischchen bin; Ich bin nur ich; ich brauch' als du Ein liebes Kind doch auch dazu;
Metapher
Ein Gläschen Wein ist gar so gut; Und wie's dem Herzen wonnig thut!
Personifikation
Durch den charmanten Rosenflor Kommt Einem alles rosig vor.