Logo der Website, Schriftzug "Poesie Oase" mit Palmen umrandet.
,

Wein und Liebe

Von

Ein Gläschen Wein ist gar so gut;
Und wie′s dem Herzen wonnig thut!
Durch den charmanten Rosenflor
Kommt Einem alles rosig vor.

Dazu ein Pfeifchen, das gut brennt;
Das wäre so dein Element!
Warum denn nicht? Es schäme sich
Der Gleißner deß, und gräme sich!

Doch hat das alles keinen Sinn,
Wenn ich allein am Tischchen bin;
Ich bin nur ich; ich brauch′ als du
Ein liebes Kind doch auch dazu;

Ein herzig′s, das mit trinkt und lacht,
Und mir geheime Zeichen macht;
Allein hat′s Trinken kein Gewicht;
Wozu denn das? Das mag ich nicht!

Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Gedicht: Wein und Liebe von Ernst von Feuchtersleben

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Wein und Liebe“ von Ernst von Feuchtersleben feiert die Freuden des Weins, wirft aber gleichzeitig die Frage nach seiner eigentlichen Bedeutung auf, wenn die Liebe fehlt. Der erste Teil des Gedichts beschreibt die positiven Aspekte des Weingenusses: die wohltuende Wirkung auf das Herz und die rosige Sicht auf die Welt, die durch den Wein verstärkt wird. Dazu kommen die Freuden einer Pfeife, die das sinnliche Vergnügen komplettieren. Die Sprache ist unbeschwert und fröhlich, was die Leichtigkeit und den Genuss des Moments widerspiegelt.

Der zweite Teil des Gedichts kippt die Stimmung und wirft die eigentliche Frage auf: Was ist der Sinn all dieser Freuden, wenn die Liebe fehlt? Der Sprecher erkennt, dass das Alleinsein die Freuden mindert. Er ist nur er selbst und braucht ein „liebes Kind“, eine geliebte Person, um die Freuden voll auszukosten. Die Sehnsucht nach Gesellschaft und nach geteilten Erlebnissen wird deutlich. Die „geheimen Zeichen“, die das liebende Paar austauscht, deuten auf eine tiefere Verbindung und auf die Freude an gegenseitiger Zuneigung und Intimität hin.

Die letzte Strophe fasst die Kernaussage des Gedichts zusammen: Allein macht das Trinken keinen Spaß und ist sinnlos. Das Gedicht thematisiert somit die Dualität von Genuss und Einsamkeit. Es betont, dass die wahre Freude im Leben durch geteilte Erfahrungen und die Anwesenheit eines geliebten Menschen entsteht. Der Wein und die Pfeife sind nur Beiwerk, die ihre wahre Bedeutung erst durch die Liebe und die Gesellschaft eines Partners erhalten.

Feuchtersleben gelingt es, mit einfachen Worten eine tiefgründige Aussage über die menschliche Natur zu treffen. Das Gedicht ist eine Ode an die Liebe und die Sehnsucht nach Verbundenheit. Es zeigt, dass wahres Glück nicht in isolierten Freuden, sondern in der geteilten Erfahrung des Lebens mit einem geliebten Menschen liegt. Die einfache Sprache und die eingängige Form machen das Gedicht für den Leser leicht zugänglich und die Botschaft bleibt so nachhaltig im Gedächtnis.

Weitere Informationen

Hier finden sich noch weitere Informationen zu diesem Gedicht und der Seite.

Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.