Weil ich nichts anders kann...
1788Weil ich nichts anders kann als nur dich lieben, Will ich dich lieben denn soviel ich kann. Zu hassen dich hatt’ ich mir vorgeschrieben, Mit Hasse sah das Herz die Vorschrift an. Dich zu vergessen hatt’ ich mich getrieben; Vergessen war es, eh ich mich besann. Da so der Haß ward von sich selbst zerrieben, So das Vergessen in sich selbst zerrann; So laß mich lieben denn, soviel ich kann, dich lieben, Weil ich nichts anders als dich lieben kann.
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Interpretation
Das Gedicht "Weil ich nichts anders kann..." von Friedrich Rückert beschreibt einen inneren Konflikt, in dem der Sprecher versucht, seine Liebe zu einer Person zu unterdrücken. Er versucht, sich anzuweisen, die Person zu hassen und zu vergessen, doch sein Herz kann diesen Vorschriften nicht folgen. Die Liebe ist so stark, dass sie alle anderen Gefühle und Absichten überwältigt. Der Sprecher erkennt, dass sein Versuch, die Liebe zu verdrängen, zum Scheitern verurteilt ist. Der Hass, den er sich selbst auferlegt hat, löst sich auf, und auch das Vergessen gelingt ihm nicht. Die Liebe ist eine so mächtige Kraft, dass sie sich nicht unterdrücken oder auslöschen lässt. Am Ende akzeptiert der Sprecher seine Liebe und gibt sich ihr hin. Er beschließt, die Person so sehr zu lieben, wie er nur kann, weil er nichts anderes tun kann, als sie zu lieben. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Liebe unausweichlich ist und dass der Sprecher keine andere Wahl hat, als sie zuzulassen und auszuleben.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Mit Hasse sah das Herz die Vorschrift an.
- Chiasmus
- Weil ich nichts anders als dich lieben kann.
- Kontrast
- Zu hassen dich hatt' ich mir vorgeschrieben, Mit Hasse sah das Herz die Vorschrift an.
- Paradoxon
- Weil ich nichts anders kann als nur dich lieben, Will ich dich lieben denn soviel ich kann.
- Personifikation
- Mit Hasse sah das Herz die Vorschrift an.
- Wiederholung
- dich lieben